Der Bankenrettungsfonds SoFFin hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach dessen Chef Hannes Rehm gesagt habe, Deutschlands Banken bräuchten aufgrund von Basel III 200 Mrd. EUR mehr Kapital. Die Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag hatte Rehm zitiert: .Deutsche Banken brauchen 200 Mrd. EUR …
mehr Eigenkapital.. Eine Sprecherin des SoFFin sagte, die Aussage sei falsch wiedergegeben worden. .Nach vorliegenden Studien kann es in den G20-Staaten auf der Zeitachse 2013 bis 2018 zu einem zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 200 Mrd. EUR kommen., stellte Rehm klar.
Volkswirte fordern Reform des EU-Pakts
Führende deutsche Ökonomen fordern eine Reform des EuroStabilitätspakts, um eine Stärkung und Stabilisierung der Eurozone zu erreichen. .Sicher gehört dazu an erster Stelle, dass überschuldete Staaten wie Griechenland durch ein Entschuldungsprogramm saniert werden, das bei einer Umschuldung zu Lasten der Anleger ansetzt., sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, gegenüber Handelsblatt Online. Der Maastricht-Vertrag müsse zudem weiterentwickelt und durch eine unabhängige europäi sche Instanz überwacht werden. Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturfor schung (IMK), äußerte sich ähnlich. Seiner Auffassung nach müssten grundlegende Entscheidungen gefällt werden oder die Eurozone sei auf dem Weg in ein Jahrzehnt ohne Wachstum. Die Prognose des New Yorker Wirtschaftsprofessors Nouriel Roubini, den Euroraum werde es nur noch 5 Jahre geben, halten beide Ökonomen für nicht tragbar. .Europa hat in den Wirrungen der letzten Eurokrise erkannt, dass zur Stärkung des Wirtschaftsraums nicht eine staatlich aufgepäppelte Binnennachfrage, die uns Roubini aufschwätzen will, sondern die Sanierung der Staatshaushalte und der sozialen Sicherungssysteme, die Reform und Regulierung der Finanzmärkte (.) gehört., erklärte Zimmermann. Auch Michael Hüther, Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung (IW), hält die Thesen Roubinis nicht für konsistent. .Einerseits beklagt er noch bestehende Probleme, andererseits aber ebenso die möglichen konjunkturellen Effekte der notwendigen Konsolidierung., kritisiert er.
Deutschland hält Euro stabil
Deutschland wird den Euro in den kommenden Jahren stabil halten, schätzt der Euro-skeptische Wirtschafts professor Max Otte von der Fachhochschule Worms. .Innerhalb der nächsten 3 bis 5 Jahre besteht keine ernsthafte Gefahr für die Eurozone., erklärte Otte gegenüber einer Zeitung. .Solange Deutschlands Wirtschaft den Euro stützt (.), ist die Kunstwährung Euro einigermaßen stabil., so der Ökonom. Das Sparpaket der Bundesregierung hält er allerdings für kontraproduktiv, da die aktuellen Probleme dadurch eher verstärkt würden.
Banker fliehen aus London
Aufgrund hoher Bonus- und Sondersteuern erwägen die großen Banken Großbritanniens eine Verlegung ihrer Firmensitze von London in Schwellenländer. .Wir denken öfter über einen Umzug nach, weil wir von unseren Aktionären öfter darauf angesprochen werden., sagte beispielsweise Peter Sands, Chef der britischen Standard Chartered. Die Zeitung The National berichtete sogar, die Großbank wähle bereits zwischen Dubai, Singapur und Hong Kong einen möglichen neuen Standort für das Hauptquartier aus. Auch andere Geldhäuser drohen mit dem Abzug aus der britischen Hauptstadt. Im vergangenen Jahr hatte die damalige Labour-Regierung im Vereinigten Königreich die Finanzinstitute in London mit einer Bonussteuer belegt. Die aktuelle konservativliberale Koalition hat erst kürzlich eine Sonderabgabe gegen die Banken verhängt.
Fed: Quantitative Easing ?
Am heutigen Dienstag wird die US-Notenbank Fed über den Leitzins entscheiden. Ökonomen erwarten, dass der Schlüsselsatz unverändert auf dem historischen Tief von 0 bis 0,25 Prozent bleibt. Allerdings rechnen die meisten damit, dass Fed-Chef Ben Bernanke eine Wiederaufnahme der quantitativen Lockerung bekannt gibt. Bis Ende März hatten die Währungshüter Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere gekauft. Im August teilte die Fed mit, die Einnahmen aus den fälligen Papieren zu reinvestieren.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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