1 FX-Tagesausblick

FX: Zwei Welten

EUR USD (1,3075) Obgleich man am Freitag leicht den Eindruck gewinnen konnte, dass es in den Finanzmärkten subkutan etwas brodelt, scheint Kommentatoren und Händlern offensichtlich nicht ganz klar zu sein, an welchem Ort der Finanzwelt die nächsten Unwägbarkeiten entstehen können. Für.



die Kommentatoren zumindest scheint der Euro auf der To-Do-Liste möglicher Problemverursacher zu stehen. Und so wundert es nicht, wenn Irland und die damit zusammenhängende angebliche EZB-Intervention (FT) am Bondmarkt ins Rampenlicht gerückt wurden. Auch wenn am Ende an der ganzen Geschichte nicht viel dran gewesen sein sollte – der Markt spricht ohnehin eine andere Sprache.
Denn er scheint sich auch nicht für die Verschiebung der Stresstests für griechische Banken zu interessieren. Der Euro hat sich am Freitag zwar etwas von seinen Wochenhochs zurückgebildet, ist aber dennoch nicht richtig unter Druck geraten.
Vielmehr scheint die Akteure der Schuh eher beim Dollar zu drücken. Was sich etwa in der Entwicklung des Goldpreises manifestiert, der gegenüber dem Greenback am Freitag neue Allzeithochs erreichte. Natürlich wird an Extrempunkten im Markt dem Goldpreis derzeit besondere Aufmerksamkeit zuteil, die er ansonsten nicht bekommen hätte. Aber es bleibt zu vermerken, dass sich das gelbe Metall, das gerade hierzulande als Krisen- und Inflationsbarometer gesehen wird, gegenüber dem Euro weitgehend unauffällig in einer Konsolidierung bewegt. Unterdessen bleibt unser Kursziel bei 1,3290 gültig – das Risikolimit belassen wir bei 1,3000.

USD JPY (85,70)
Obgleich es so aussieht, als ob die meisten Marktbeobachter daran zweifeln, dass die BoJ  auerhaften Erfolg mit ihrer Interventionstätigkeit haben wird und die jüngste Aktion sogar von vielen Offiziellen als .Alleingang. kritisiert wird, haben Volkswirte auf die neue Situation reagiert. In einer BloombergUmfrage sehen Ökonomen den USD in Q4 bei 88¥, in Q1 2011 sogar bei 90¥ notieren. Doch nicht nur im Ausland, auch in Japan stößt das Solo der BoJ auf Kritik. Regierungsberater Toyoo Gyohten findet, Japan sollte sich lieber auf die Diversifikation seiner Volkswirtschaft konzentrieren, als den Währungsmarkt zu manipulieren. Zahlreiche Akteure beäugen die YenVerkäufe skeptisch. Aus den Interventionen von heute könnten Sanktionen von morgen entstehen. Die Furcht vor Protektionismus ist spürbar. Wir bleiben bei unserem neutralen Bild. Die nächsten Widerstände warten bei 86,65 und 88,40, während die Unterseite bei 84,85 und 83,75 nur schwach unterstützt zu sein scheint.

EUR JPY (112,05)
Während die Noten bank mit Yen-Verkäufen beschäftigt ist, kaufen japanische Geschäftsbanken munter Staatsanleihen. Die Kaufaktivitäten stiegen laut Nikkei im 1. Halbjahr auf den höchsten Stand seit Aufzeichnung dieser Daten im Jahre 2004. Ihr Geld im eigenen Land in JGBs zu parken, erscheint den Banken wohl als die sicherste Lösung. Für den Euro ist weiterhin Potenzial bis 112,95 gegeben; darüber sogar bis 113,60. Unterstützungen finden sich erst bei 111,10 und 109,60.

GBP USD (1,5670)
Die frühe Rallye vom Freitag hievte das Pfund auf ein Sechswochenhoch. Überraschenderweise kam die Aufwärtsbewegung schon in der Nähe des ersten Widerstands bei 1,5715 zum Erliegen. Im größeren Bild bleibt aber ein erneuter Anstieg bis auf unsere Potenzialzone (1,5800/20) möglich. Unterstützungen liegen bei 1,5580 und 1,5520/30. Schwäche ist nur unterhalb von 1,5460 zu erwarten.

AUD USD (0,9430)
Heute Früh ist der A-$ wieder auf dem Vormarsch: Das Potenzial reicht bis 0,9515 und darüber bis 0,9665. Die Unterstützungssituation hat sich sogar verbessert . bei 0,9335/40. Die kritische Nachfragemarke liegt aber ohnehin erst bei 0,9260. Hierunter wäre der aktuelle Erholungsversuch zunächst einmal unterbrochen.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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