1 FX-Tagesausblick

FX: Dollar-Aversion

EUR USD (1,2970) Wenn man heute früh in der FT zu lesen bekommt, dass Gold und Yen infolge einer Welle erneuter Risiko- Aversion gestiegen seien, muss man sich doch etwas verwundert die Augen reiben. Denn zu einem solchen Szenario hätte sicherlich auch ein fallender .

Euro gehört – das Gegenteil ist bekanntlich geschehen. Tatsächlich war die gestrige Entwicklung ein Misstrauensvotum gegen den Dollar, das zumindest in Japan offensichtlich derart stark wahrgenommen wurde, dass sich die Zentralbank sogar zu Interventionen gezwungen sah. Ganz anders sieht übrigens die Lage beim Schweizer Franken aus, eine Währung, gegen die zuletzt keine Interventionen zu beobachten waren und bei der es pikanterweise Erwartungen gibt, die SNB könnte am Donnerstag gar die Zinsen erhöhen – ein Schritt, der den Franken kaum unter Druck bringen dürfte. Mit der gestrigen Dollarschwäche hat der Euro aber auch die Obergrenze seiner seit Wochen anhaltenden Konsolidierungszone bei 1,2915 durch-stoßen und gestern Nacht sein daraus resultierendes Potenzial fast ausgereizt. Offen geblieben ist jedoch, ob es sich bei dieser Nachfrage – wir ordnen sie langfristigen Quellen zu – um eine Einmalaktion oder einen nachhaltigen Strom handelt. In diesem Zusammenhang bleibt die 1,3045er Marke von Bedeutung, nach deren Überwindung wir mit weiteren Aufwärtsbewegungen rechnen. Ein Unterschreiten der früheren Konsolidierungsobergrenze (1,2915, keine Unterstützung) würde die Händler zumindest psychologisch wegen ihrer leichten Erinnerbarkeit enttäuschen.
USD JPY (85,00)  Ein Szenario, das sich viele Akteure nach den Wahlen vorstellen konnten, war: Devisenmarktintervention. Alle die so dachten, wurden wenig später bestätigt. Heute früh gab Finanzminister Noda bekannt, Inter- ventionen durchgeführt zu haben . zum ersten Mal seit 2004 und wie immer ohne Details zu erläutern. Der Eingriff startete geradewegs von unserer 82,85/83,05er Unterstützungszone und selbst kurz vor der 85er Marke wurde die BoJ noch aktiv im Markt gesichtet. Dafür, dass selbst nach dem ersten Schub noch weiter gekauft wurde, hält sich die Kursreaktion in Grenzen. Ein neues Monatshoch wurde jedenfalls noch nicht erreicht. Überhaupt macht der Markt nicht den Eindruck, durch das Eingreifen der Notenbank besonders überrascht oder aufgewühlt worden zu sein. Das spüren wohl auch die Verant- wortlichen, deren größte Sorge und Problem es sein wird, das Momentum aufrecht zu erhalten. Stabilität liegt zwar mittlerweile wieder vor. Sie ist aber regelrecht erzwungen worden, sodass wir weiteren Kursgewinnen misstrauisch gegen- überstehen. Wahrscheinlich dürfte es schon schwierig werden, die jüngsten Kursgewinne zu verteidigen. Ohne weitere Schützenhilfe der BoJ wird dies wohl kaum möglich sein. Die nächsten Widerstände lauern bei 85,15 und 85,70. Kurzfristige Nachfrage liegt bei 84,35.

EUR JPY (110,30) Premier Kan kündigte gestern nach seinem Sieg vollmundig an, eine starke Wirtschaft schaffen und den Arbeitsmarkt beleben zu wollen. Er hat sich viel vorge- nommen, aber der starke Yen steht ihm im Weg. Gegenüber dem Euro liegt weiter ein neutrales Bild vor, wobei Nachfrage bei 108,60 und 106,70 zu wünschen übrig lässt. Widerstand wartet indes bei 110,90 sowie bei 112,95.

GBP USD (1,5485) Das Pfund stand in den letzten 24 Stunden zwar nicht im Rampenlicht. Trotzdem hat Sterling eine brauchbare Basis ausgebildet, um eine deutliche Erholung bis auf 1,5680 und 1,5800 anzustoßen. Dazu ist es lediglich erforderlich, 1,5345 zu verteidigen. Weitere Unterstützung liegt bei 1,5430.

AUD USD (0,9365) Wie erwartet mar- schierte der A-$ auf neue Jahreshochs und damit nicht genug: Das aktuelle Potenzial reicht bis 0,9515 und danach bis 0,9680. Sollte die 0,9260/70er Unterstützung jedoch unterlaufen werden, wäre die Aufwärtsdynamik dahin.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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