1 FX-Tagesausblick

FX: Auf der Suche nach einem Auslöser

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EUR USD (1,2800):  Wer am vergangenen Wochenende die FT aufschlug, konnte den Beitrag eines renommierten Kommentators lesen, in dem dieser beklagt, die Aktien- und Commodity-Märkte würden immer noch im Gleichschritt etwa auf dem Niveau handeln, das bereits zu Jahresbeginn vorherrschte....

Mit anderen Worten: Man konnte nichts verdienen, weil die Händler das Thema „Risiko“ spielen, als ob man nur einen Lichtschalter ein- oder ausschalten müsste – im Prinzip ein recht einfacher Mechanismus. Diese Art zu denken, ist jedoch nicht einer allgemeinen Verunsicherung geschuldet, wie unser Kommentator vermutet, sondern vor allem der Tatsache, dass unser Gehirn unter Zeitdruck einfache Sachverhalte und Informationen bevorzugt. Aber der Kommentar geht noch weiter und hofft auf Veränderungen in den Devisenmärkten als möglichen Auslöser, um den seitwärts gerichteten Aktienmärkten endlich neue Impulse zu verleihen. Dort liegen die Dinge mit Risikofreude und –aversion jedoch nicht so einfach. Denn gute Konjunkturaussichten, die nach landläufiger Meinung mehrheitlich den USA zuzurechnen sind, müssten einerseits Dollarnachfrage auslösen. Aber der „Risiko-Trade“ besagt genau das Gegenteil: Sei risikofreudig, du kannst den sicheren Hafen verlassen. Also: raus aus dem Dollar. Schlechte US-Daten hingegen, die früher zu Dollarverkäufen geführt hätten, bewirken jetzt genau das Gegenteil, die Flucht in den sicheren Dollarhafen. Kein Wunder also, dass auch der Euro seine Konsolidierungszone (1,2610 – 1,2915), deren Unterseite immer noch recht weich aussieht, bislang noch nicht verlassen hat.

 

USD JPY (84,15) Werden die Japaner in Kürze schon wieder einen neuen Premier bekommen? Am morgigen Dienstag wird auf dem Parteitag der Demokraten bekanntlich eine Kampf- abstimmung zwischen Partei-Urgestein Ichiro Ozawa und dem aktuellen Parteichef und Premier Naoto Kan erfolgen. Letzterer sah sich zuletzt mit Vorwürfen konfrontiert, nicht aus- reichend gegen den teuren Yen vorgegangen zu sein. Insofern wird die momentane Yen-Stärke auf der Prioritätenliste des Wahlsiegers . ob nun Kan oder Ozawa. wohl ganz oben stehen. Doch ganz gleich, wie die Wahl ausgehen wird . die unter Ökonomen umstrittene Frage, ob Devisen- markteingriffe überhaupt erfolgreich sein können oder nicht, steht auch danach bestimmt
weiterhin im Raum. So verweist etwa die Financial Times heute Morgen auf die wenig erfolgreich verlaufene Interventionsphase zwischen Januar 2003 und März 2004, als der Yen weiter zugelegte, obwohl die japanischen Behörden während dieses Zeitraumes Dollars im Wert von gut 300 Mrd. erwarben, weswegen man nun auf allerhand Alt-Positionen . sprich: Papier-Verlusten (allerdings ohne direkte Konsequenzen), sitzt. Wir sehen für den US- Dollar unterdessen kurzfristig weiterhin Abwärtsrisiko bis 83,05 und würden diese Marke als bearishes Kursziel ausrufen, sollte bei 84,70 ein Verkauf in die Stärke gelingen. Das Risikolimit wäre in diesem Fall bei 85,20 an- zusetzen.

EUR JPY (107,70) Widerstände liegen nun bei 108,30 und 109,25, Unterstützungen warten hingegen bei 106,10 und 105,45.

GBP USD (1,5415) Kabelpfunde zeigten sich am Freitag generell schwach auf der Brust. Der Abwärtsdrift könnte sogar bis 1,5320 oder bis 1,5275 anhalten. Lediglich ein Unterlaufen letztgenannter Marke würde die Chance auf eine kurzfristige Bodenbildung zunichtemachen. An der Oberseite würde ein Bruch von 1,5530 indes vermutlich eine beschleunigte Erholung bis auf 1,5840 nach sich ziehen.

AUD USD (0,9300)
Der Ausblick bleibt positiv: Wir rechnen nach wie vor mit neuen Hochpunkten für dieses Jahr (0,9380/90) – hier hat sich mittlerweile neuer Widerstand formiert. Danach reicht das Potenzial bis 0,9515. Unter- stützungen warten bei 0,9205 und 0,9090 (kritisch).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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