1 FX-Tagesausblick

FX: US-Bürger leiden noch unter „Dip 1“

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EUR USD (1,2805) Während sich die US-Bürger gestern des Labor Day Feiertages erfreuten und den Finanzmärkten wenig Aufmerksamkeit schenkten, machten sich Händler in der restlichen Welt weiter Gedanken zum jüngsten US-Datenpaket. Die gute Stimmung nach dem Arbeitsmarktbericht ….

vom Freitag wollte man nicht so recht teilen. Denn  während viele versuchten, daraus ein Double-Dip-Umgehungsschild zu formen, deuteten andere nach wie vor mahnend auf den „Vorsicht Abgrund“- Hinweis des Häusermarktes. Wenn es nämlich einen Sektor gibt, der unmissverständlich eine Rückkehr in die Rezession andeutet, dann sind es US-Immobilien. Trotz staatlicher Steuer-Subventionen sieht die  Chart der Hausverkäufe dramatisch aus. Finanzmarktteilnehmer würden so eine Grafik als Crashmarkt interpretieren. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind mittlerweile unübersehbar. Eine in der zweiten Augusthälfte von Hart Research Associates im Auftrag von fünf US-Gewerkschaften durchgeführte Umfrage legt die ganze Dramatik an den Tag. Demzufolge spürt fast die Hälfte der US-Bevölkerung einen Kaufkraftverlust. Mindestens jeder Vierte hat ein Familienmitglied, das aufgrund der Krise seinen Arbeitsplatz verloren hat. US-Bürger scheren sich also nicht um den Double-Dip – sie leiden noch unter dem ersten. Kein Wunder, dass Präsident Obama am Tag der Arbeit ein 50 Mrd. USD-Paket für den Arbeitsmarkt propagiert hat. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Subventionen erfolgreicher sein werden, als die des Immobiliensektors. Nachdem gestern Morgen die Obergrenze der Konsolidierung getestet wurde, driftete der Euro wieder etwas ab. Heute Morgen rutschte er gar unter die 1,28er Marke. Fällt er am Ende unter die kritische 1,2730er Unterstützung, würde sich Abwärtspotenzial bis 1,2460 eröffnen.

USD JPY (84,05)  Selbst wenn die BoJ heute früh neben ihrem Beschluss, die Zinsen unverändert zu belassen,  praktisch nur ihr Statement nach der außerordentlichen Sitzung vom vergangenen Montag wiederholt haben mag, fiel dennoch die Wortwahl der heutigen Erkl ärung auf: Offenbar scheint man sich um die Abwärtsrisiken der japanischen Konjunktur Sorgen zu machen, wenn man so deutlich signalisiert, im Zweifel zu weiteren geldpolitischen Lockerungen bereit zu sein. Trotz der Beteuerung des BoJ-Chefs, die japanische Konjunktur befinde sich auf einem leichten Wachstumskurs. Unterdessen grübeln die Akteure, ob die Yen-Käufe der chinesischen Zentralbank als Teil ihrer Diversifizierungspolitik auch im zweiten Halbjahr in unverminderter Stärke fortgesetzt wurden. Dabei stützen sich die
Hoffnungen vieler schief liegender Dollar- Optimisten auf einen Artikel des Chinese Security Journal der vergangenen Woche. Danach sei es . auch aus Angst vor einer Yen-Schwäche . unwahrscheinlich, dass China seine Käufe japanischer Anleihen erhöhen werde. Der USD verbleibt in seiner Konsolidierungszone im Abwärtstrend zwischen 83,60 und 86,40 . bei einer wahrscheinlichen Verletzung der Unterkante stünde ein Test von 81,90 an.

EUR JPY (107,65) Der Euro bewegt sich  seitwärts mit Widerständen bei 109,40 und 111,00 sowie Unterstützungen bei 106,15 und 105,10 (mögliche Untergrenze einer Konsolidierung).

GBP USD (1,5375) Die Akteure scheinen sich in erster Linie auf negative Nachrichten zu  stürzen. Dabei sollte es doch klar sein, dass auch die britischen Programme zur Belebung der Konjunktur wie anderswo nur temporären Effekt hatten. Deswegen setzen wir eher auf steigende Kurse und würden jenseits von 1,5535 eine bullishe Strategie mit Kursziel 1,5800 und Risikolimit 1,5480 eröffnen. Weitere Nachfrage ist bei 1,5280 zu erwarten.

AUD USD (0,9150) Der Austral-Dollar hat weiterhin die Chance, sein Vormonatshoch bei 0,9220 anzugreifen. Darüber würden wir ihm aber nur ein Potenzial von rund 100 Stellen zugestehen. Unterstützungen liegen derweil bei 0,9110 und 0,9025 (kritisch).

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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