1 FX-Tagesausblick

FX: Ein fast schon zu klares Bild

EUR USD (1,2895) Man könnte beinahe von einem kleinen Stück ökonomischen Glücks (sofern ein homo  oeconomicus zu derartigen Empfindungen überhaupt in der Lage ist) sprechen, wenn man die Reaktion der Finanzmärkte auf die US-Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag betrachtet. Natürlich….


mögen die Zahlen, vor allem die Revision der Vormonate, besser als erwartet ausgefallen sein. Daraus aber sogleich zu schließen, eine Double-Dip-Rezession sei damit ein für alle Mal ausgeschlossen, erscheint uns doch etwas zu optimistisch. Zumal der am selben Tag später publizierte ISM-Dienstleistungsindex schlechter als erwartet ausgefallen war, jedoch von den Händlern weitgehend ignoriert wurde. Interessant war zu beobachten, wie die erste Reaktion auf die Jobdaten zunächst einmal für ein Aufbäumen des Dollar gesorgt hatte, bevor man sich offenbar einig wurde, dass man eigentlich den Euro kaufen müsse, wenn man die Risikofreude-Karte spielen wollte. Am Ende war alles glasklar und erklärbar, passte sogar wunderbar zusammen: Der Euro stieg, die Aktienmärkte auch und die Bonds erlebten endlich einmal eine etwas saftigere Korrektur. Alles Dinge, auf die zumindest das Gros der kurzfristigen Akteure zuletzt sehnsüchtig gewartet hatte. Damit hat sich der Euro erwartungsgemäß der Obergrenze seiner Konsolidierungszone bei 1,2915 genähert. Trotzdem haben wir – auch angesichts der leichten ökonomischen Begründbarkeit dieses Szenarios – Zweifel, ob ein Ausbruch (reine Formsache) an dieser Stelle tatsächlich zu einer trendartigen Weiterentwicklung führt. Sollte nämlich danach 1,2845 versagen, wäre ein so genannter false break bestätigt. Bis dahin ist innerhalb der Konsolidierung 1,2710 kritisch.

USD JPY (84,35)  Nach den besser als erwartet aussehenden Arbeitsmarktdaten spielten die Akteure zunächst die  Risiko-Karte aus: Der Dollar stieg sogleich bis auf 85,20. Allerdings fehlten hernach die Anschlussgewinne und prompt fiel er wieder zurück. Die Impulslosigkeit ist sicherlich auch den neuen Konsolidierungsbestrebungen des Währungspaares zwischen 83,60 und 86,40 geschuldet. Bei Verletzen der Unterkante stünde allerdings ein Rutsch bis auf die altbekannte 81,90er Unterstützung an.

EUR JPY (108,75) Heute hat das zweitä- gige ordentliche Notenbanktreffen der Bank of Japan begonnen. In der letzten Woche hatte sie bereits im Rahmen einer Notsitzung die Zinsen unverändert belassen und das Liquiditätsprogramm ausgeweitet. Vom derzeitigen Treffen erwarten sich die Ökonomen zwar keine neuen Maßnahmen, aber doch eine Bekräftigung der Notenbank, weitere konjunkturelle Stützungsma ßnahmen einzuleiten, falls erforderlich. Auch aus dem Lager Ichiro Ozawas, Kontrahent von Ministerpräsident Naoto Kan bei den baldigen Wahlen zum Parteivorsitzenden, kamen wieder einmal kämpferische Worte: Die Notenbank tue zu wenig gegen die Deflation, hieß es von einem Wahlkampfhelfer Ozawas. Eine Möglichkeit best ünde im Kauf weiterer Staatsanleihen. Sollte BoJ-Gouverneur Masaaki Shirakawa heute tats ächlich konkrete Signale aussenden, so sollte das den Yen belasten, hieß es im Markt. Zumindest ist der Euro gegenüber dem Yen seit Freitag kurzfristig stabil, mehr aber auch nicht. Seine Stabilität würde er schon wieder verlieren, sofern er unter die 106,75er Marke abrutschen sollte (Zwischenunterstützung: 108,10). Widerst ände warten derweil bei 110,30 und 111,15 (aktuelles Erholungspotenzial).

GBP USD (1,5475) Erst oberhalb von 1,5545 hätte das Pfund die Chance auf einen neuen Erholungsanlauf, der sich jenseits von 1,5600 noch beschleunigen würde. Unterstützungen liegen unterdessen bei 1,5390 und 1,5330.

AUD USD (0,9165) Über dem 0,9140er Widerstand sind Kurssteigerungen bis 0,9220 und höher möglich. Nachfrage findet sich weiterhin bei 0,9020 und bei 0,8950.

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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