Bei der heutigen Sitzung werden die europäischen Notenbanker den Leitzins selbstverständlich bei 1,0 Prozent belassen. Mit einer Zinserhöhung der EZB.….
rechnet die Mehrheit der Volkswirte laut einer jüngst von Reuters durchgeführten Umfrage ohnehin erst im letzten Quartal 2011. Als ausgemacht gilt es derweil, dass die EZB ihre beispiellosen Liquiditätshilfen für die Banken über den Jahreswechsel hinaus verlängert. Schließlich hatte sogar Axel Weber, bekennender Falke, dies kürzlich überraschend befürwortet. Viele Ökonomen sind dennoch besorgt, dass die EZB angesichts all der jüngst glänzend ausgefallenen Konjunkturdaten zu forsch werden und zu früh den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik proben könnte. Knapp zwei Drittel internationaler
Volkswirte, die monatlich von der Financial Times Deutschland befragt werden, sehen die Gefahr einer voreiligen Wende. Ihre Sorge ist umso erstaunlicher, da ein baldiger Exit gänzlich der Politik anderer Notenbanken widerspricht: Die Bank von Japan hat ihr Liquiditätsprogramm am Montag von 20 auf 30 Billionen Yen aufgestockt, während die amerikanische Federal Reserve mittlerweile die Liquidität aus fällig gewordenen Anleihen in ihrem Portfolio reinvestiert. Mehr noch: Erst am Wochenende hatte Fed-Chef Ben Bernanke noch einmal klar gemacht, dass man der Wirtschaft mit weiteren Maßnahmen unter die Arme greifen würde, falls erforderlich.
Bundesregierung macht Ernst
Bundesregierung treibt ihr Sparpaket voran: die Flugticketsteuer wird ab sofort fällig. Rückwirkend ab 1. September werden alle Tickets für Flüge, die ab dem 1. Januar 2011 starten, mit acht, 25 oder 45 EUR besteuert.
„Das wird die Luftverkehrsgesellschaften nicht in einer nicht zumutbaren Weise belasten“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Anders sehen das die Fluggesellschaften. Sie fürchten ein Abwandern der Passagiere in benachbarte Flughäfen im Ausland. „Die Luftverkehrsabgabe wird zu einem Konjunkturmotor für ausländische Airlines und Flughäfen“, sagte etwa ein Sprecher der Lufthansa. Unterdessen rechnet Finanzminister Schäuble damit, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland an Tempo verlieren wird. Im kommenden Jahr werde sich die starke Konjunktur aus diesem Frühjahr nicht nachhaltig fortsetzen, so Schäuble. Die
wirtschaftliche Entwicklung sei dennoch besser als erwartet.
Am Konsolidierungskurs werde sich allerdings nichts ändern. Der Minister sieht „in absehbarer Zeit“ keine Erhöhung des europäischen Leitzinses. Es gebe dafür keine Anzeichen, erklärte er.
Ökonomen sehen Gefahr neuer US-Rezession
Führende Volkswirte schließen einen Rückfall der USA in eine Rezession nicht mehr aus. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter Ökonomen in Deutschland.
Zu den Skeptikern gegenüber der US-Wirtschaft zählt beispielsweise Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt signalisiert seiner Auffassung nach tiefere strukturelle Probleme. „Zu bedenken ist auch, dass ein weiterer Anstieg der Staatsverschuldung über zunehmende Sorgen hinsichtlich der mittelfristigen Beherrschbarkeit der öffentlichen Haushalte kontraproduktiv wirken kann“, erklärte der Volkswirt.
DAX-Sentiment
Laut der aktuellen Sentimenterhebung von Cognitrend und der Börse Frankfurt ist die Ungewissheit und Zurückhaltung der vergangenen vier Wochen neuer Kaufbereitschaft gewichen. Der Anstieg des Optimismus unter den mittelfristig orientierten Börsianern ist an sich nicht überraschend. Vor dem Hintergrund, dass eben erst der berühmt-berüchtigte Septembermonat begann, ist der Anstieg aber umso beachtlicher.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
Disclaimer
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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