1 Maerkte am Morgen

MM: Kabinett berät Sparpaket

Die Bundesregierung will heute ihr umstrittenes Sparpaket auf den Weg bringen. Das schwarz-gelbe Kabinett beabsichtigt, ein Gesetz zu beschließen, mit dem wesentliche Teile des Pakets umgesetzt werden sollen.….

Dadurch soll der Bund bis zum Jahr 2014 um 82 Mrd. EUR entlastet werden. Die größten Einschnitte sind bei Sozialleistungen geplant. Zum Sparpaket gehören aber auch eine Atomsteuer von jährlich 2,3 Mrd. EUR sowie eine Flugticket-Abgabe ab 2011.

Obama: Wirtschaft als zentrale Aufgabe

In seiner gestrigen TV-Ansprache an die Nation erklärte US-Präsident Barack Obama den Kampfeinsatz der USA im Irak offiziell für beendet. Das irakische Volk trage nun die Hauptverantwortung für die Sicherheit im Land, die Vereinigten Staaten würden den Irakern aber weiterhin beistehen, sagte er. Gegen Ende seiner 18-minütigen Rede schlug der Präsident dann einen Bogen von den Kriegen über die Kosten der Kriege bis hin zur schlechten wirtschaftlichen Lage, in der sich die USA momentan befinden: „Unsere vordringlichste Aufgabe ist es, unsere Wirtschaft zu stärken und die Millionen von Amerikanern, die ihren Job verloren haben, wieder in Arbeit zu bringen. Das wird schwierig. Aber das muss künftig unsere zentrale Mission sein und meine Hauptverantwortung als Präsident. – Im Abschlusssatz seiner Ansprache versuchte Obama dann nochmals, Optimismus zu verbreiten: -Bessere Tage liegen vor uns-, sagteer.

Bernanke vor dem Krisenausschuss

US-Notenbankchef Ben Bernanke wird am Donnerstag vor einem Kongressausschuss angehört, der die Ursachen der Finanzkrise untersucht. Die zweitägige öffentliche Sitzung der parteiübergreifenden „Financial Crisis Inquiry Commission“ beginnt am Mittwoch. Am ersten Tag steht die Rettung großer Finanzinstitute durch den Staat auf dem Höhepunkt der Krise zur Debatte.

Wenig Begeisterung für die Finanzmarktsteuer

Einem Bericht des Handelsblatt zufolge bestehen in der EU-Kommission erhebliche Vorbehalte gegen die von der Bundesregierung und auch von Frankreich geforderte Finanztransaktionssteuer. Diese könne „beträchtliche unerwünschte Effekte“ haben, zitierte die Zeitung aus einem noch unveröffentlichten Bericht von EUSteuerkommissar Algirdas Semeta. Demnach drohe die Steuer die Finanzierungskosten für Unternehmen und Regierungen in die Höhe zu treiben. Auch könne sie die Kursausschläge an den Börsen verstärken. Semeta bef ürchtet offenbar zudem eine ungleiche Verteilung der Steuerlast. Je häufiger Papiere gehandelt würden, desto stärker würden diese besteuert. Deshalb hätten Aktien großer Unternehmen mit vielen Anteilseignern eine hö-here Steuerlast zu tragen als andere Wertpapiere. Zudem sei keineswegs garantiert, dass die Steuer nur Spekulanten und wohlhabende Anleger treffe. Denn die Abgabe müsse auch von Pensionsfonds oder Lebensversicherungen entrichtet werden, die dann die Kosten an ihre Kunden aus den mittleren und unteren Einkommensschichten weitergeben könnten. Bei ihrem Treffen am kommenden Dienstag wollen die EU-Finanzminister über eine Finanzmarktsteuer auf EU-Ebene beraten.

Fed-Stützungsmaßnahmen heftig diskutiert

Im Rahmen der jüngsten Notenbanksitzung hatten sich Amerikas Währungshüter darauf geeinigt, das durch die Fälligkeit bereits gekaufter Wertpapiere flüssig gewordene Geld in Staatsanleihen zu reinvestieren. Wie aus dem Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Fed hervorgeht, waren die Notenbanker in dieser Frage jedoch gespalten. Das Wall Street Journal bestätigte noch einmal, dass sogar mehr als ein Drittel der insgesamt 17 Teilnehmer Vorbehalte gegenüber der Entscheidung zur Reinvestition geäußert hätten. „Einige Mitglieder waren besorgt, dass die Wiederanlage von Geldern in US-Staatsanleihen ein falsches Signal an die Investoren senden könnte über die Bereitschaft zu Anleihenk äufen im großen Stil“, heißt es in dem Protokoll.

 

 

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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