1 Maerkte am Morgen

EZB soll laut Volkswirten Vorsicht walten lassen

Nach Meinung führender Volkswirte sollte die EZB ihre Käufe von Euro-Staatsanleihen nicht endgültig beenden….

 Zwar geht aus einer Zusatzfrage zur aktuellen Zinsumfrage der Financial Times Deutschland hervor, dass es die Ökonomen durchaus begrüßten, dass die EZB ihre Käufe zuletzt so stark drosselte. Für ein formales Ende sei es aber noch zu früh, heißt es zugleich.
Falls sich die Lage verschlechtere, sollten die Währungshüter bereitstehen, ihre Käufe  auszuweiten. Die Zinswende haben einige Volkswirte unterdessen nochmals nach hinten verschoben: Die überwiegende Mehrzahl erwartet jetzt erst Ende 2011 eine Anhebung des Satzes, der momentan auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent liegt.

Wellink: Neue Regeln gut für das Bankensystem

Nout Wellink, niederländischer Notenbankchef und Chairman des Baseler Ausschusses, glaubt, dass die neuen Kapital- und Liquiditätsregeln für Finanzinstitute das Bankensystem sicherer und stärker machen werden – und das, obwohl die jüngsten Vorschläge weniger streng seien als zuvor. Die Banken würden durch die neuen Regeln widerstandsfähiger, was allerdings auf Kosten der Aktionäre und der Beschäftigten gehen könnte, wie Wellink in einem Interview mit der holländischen Tageszeitung NRC Handelsblad sagte.

Hartz-IV-Diskussion

In der Hartz-IV-Debatte hat sich der SPD-Parteivize und frühere Bundesarbeitsminister Olaf Scholz für eine Anhebung der Leistungen ausgesprochen. Die Erhöhung der Regelsätze sei aufgrund der jetzt vorliegenden Einkommens- und Verbraucherstichprobe und der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zwingend, so Scholz gegenüber der Zeitung Die Welt. Zuvor hatte
das Bundesarbeitsministerium Spekulationen über eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze auf bis zu 400 EUR zurückgewiesen.
Ursula von der Leyen sagte, die Berechnungen hierzu seien noch nicht abgeschlossen.

Auftragsflut im deutschen Maschinenbau
Deutschlands Maschinenbau zieht an: Nach dem Krisenjahr 2009 spüren die inländischen Firmen langsam wieder eine deutlich anziehende Nachfrage. Dank der weltweiten Konjunkturerholung lagen die Bestellungen im Juni insgesamt um 62 Prozent über dem Vorjahreswert, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag mit – das entspricht einem Plus im ersten Halbjahr von knapp einem Drittel.
Für das laufende Jahr steuern die Produzenten ein 3- prozentiges Wachstum an. Erfreut betonte der VDMAKonjunkturexperte Olaf Wortmann, dass auch das Inlandsgeschäft wieder kräftig zulege. Das Plus lag hier im Juni bei 67 Prozent. Die Nachfrage aus dem Ausland
war bereits früher in Gang gekommen.

Erneuerbare Energien könnten Jobboom auslösen
Hoffnungsfrohe Aussichten: Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), rechnet in den kommenden 10 Jahren mit 100.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Bereich der erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2030 könne sich diese Zahl sogar auf 600.000 erhöhen, sagte Kemfert in einem Interview mit dem Weser-Kurier.
Politiker verlangen Abwrackprämie zurück Politikern von CDU und FDP zufolge soll sich die Automobilindustrie nun, da sich die Erträge der Branche deutlich verbessert haben, nachträglich an den Ausgaben für die staatliche Abwrackprämie beteiligen. CDUHaushaltspolitiker Alexander Funk rief die Bundesregierung auf, Vorschläge zu einer gerechten Beteiligung zu machen. Auch der FDP-Finanzexperte Daniel Volk ist für eine Kostenübernahme.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: MÄRKTE AM MORGEN; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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