1 Maerkte am Morgen

Aufschwung löst Lohn-Steit aus

Angesichts des Aufschwungs in Deutschland streiten Arbeitgeber und Gewerkschaften um die Höhe künftiger Lohnforderungen. Mehrere Gewerkschafts-führer meldeten sich zum Wochenende mit Appellen für ein Ende…

der Lohnzurückhaltung zu Wort. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, verlangte „Abschlüsse in Richtung 3 Prozent“. Der Vizechef der IG Bau, Dietmar Schäfers, forderte, die Arbeitgeber müssten sich in besseren Zeiten daran erinnern, „dass wir uns in den schlechten verantwortungsvoll gezeigt haben“. Völlig anders sehen das naturgemäß die Unternehmen. „Es wäre fatal, den beginnenden Aufschwung durch überzogene Lohnforderungen zu gefährden“, sagte ein Sprecher des Arbeitgeber-verbands BDA. Die konjunkturelle Entwicklung sei weiter risikobehaftet. Die Gewerkschaften können sich zumindest auf die anhaltende Kritik aus dem Ausland an der deutschen Niedriglohnpolitik berufen. Davon unbeeindruckt forderte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle die Gewerkschaften aber auf, mit „Augenmaß“ vorzugehen. Die Tariflöhne legten im April nur noch um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das war der schwächste Anstieg seit Oktober 2007.

USA suchen Krisenschuld in Europa Nicht besonders rosig sieht es derzeit bekanntlich in den USA aus, wo sich die Regierung – anders als die deutsche – nicht im Glanz günstiger Wirtschaftsdaten sonnen kann. Dafür hat sie aber zum Wochenende deutlich gemacht, wen sie für die Misere zumindest für mitverantwortlich hält: die Europäer. Regierungssprecher Robert Gibbs sagte, die Vereinigten Staaten hätten während der Krise „einige schwere Entscheidungen“ zur Stabilisierung des Finanzsystems getroffen und die Konjunktur auf Erholungskurs gebracht. „Europa hat, offen gesagt, nicht so viel getan. Und das hat ohne Zweifel unser Wachstum gehemmt und beeinträchtigt das weltweite Wachstum.“ Ein weiteres Problem sei die Schuldenkrise in Europa: „Wir erleben zweifellos Gegenwind“, sagte Gibbs. „Was in Europa geschah, was in Griechenland Ende des Frühlings passierte, hat diesen Gegenwind zu einem großen Teil mitverschuldet.“ Auch die US-Notenbank hatte in jüngster Zeit die europäische Schuldenkrise als eine der Ursachen für die zunehmenden US-Konjunkturprobleme genannt.

Am Freitag hatten neue Daten für Ernüchterung gesorgt, etwa das US-BIP, das im 2. Quartal nur um 2,4 Prozent wuchs. Unterdessen haben Vertreter der USNotenbank bekräftigt, die Fed stehe im Notfall geschlossen für weitere Konjunkturhilfen bereit.

EU-Komission mahnt Binnenmarktförderung an Bei ihrem Konjunkturausblick für Deutschland stemmt sich die EU-Kommission gegen den Strom der Optimisten, die ihre Prognosen in den vergangenen Wochen laufend angehoben haben. „Wir sehen keinen Grund, unsere Frühjahrsprognose zu revidieren“, sagte der Generaldirektor der EU-Kommission für Wirtschaft und Finanzen, Marco Buti. Demnach liegt das Plus im laufenden Jahr bei 1,2 Prozent und 2011 bei 1,6 Prozent. Die Bundesregierung rechnet dagegen mit 1,4 Prozent Wachstum in diesem Jahr – mit Tendenz nach oben. Buti forderte Deutschland wegen seiner hohen Handelsbilanzüberschüsse auf, mehr gegen die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Währungs-union zu tun.

Moody’s senkt Daumen über Island Island droht eine Herabstufung auf Ramschstatus. Die Ratingagentur Moody’s senkte den Ausblick für das Land auf negativ und begründete dies unter anderem mit dem ungelöstem Streit um die Rückzahlung ausländischer Sparguthaben. Island steht derzeit noch bei Baa3 – eine Stufe über Ramschstatus.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: MÄRKTE AM MORGEN; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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