1 Maerkte am Morgen

Jobwunder oder nicht?

Deutschland hat trotz Krise weiter einen erstaunlich robusten Arbeitsmarkt vorzuweisen. Im politischen Berlin geht das Wort .Jobwunder. um; es gibt angesichts des Umfragetiefs auch einigen Bedarf an Erfolgsmeldungen.FDP-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte schon Mitte der…

 Woche erklärt, er halte mittelfristig sogar Vollbeschäftigung für möglich. Gestern kündigte er in einem Interview an, er plane eine Fachkräfte-Initiative, um ausländische Facharbeiter nach Deutschland zu holen. Dass die Juli-Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) leicht gestiegen sind . auf 3,19 Mio. .ist der Sommerpause geschuldet und damit .saisonüblich., wie es im Agenturdeutsch heißt. Erstmals seit Ausbruch der Krise stieg die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze wieder. Trotzdem wollten viele Arbeitsmarkt-Experten nicht in den Jubel einstimmen. BA-Chef Frank Jürgen Weise trat eher auf die Bremse und wies auf bestehende Risiken hin: Staatsverschuldung, Sparzwang. Ähnlich äußerte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Von einem .Jobwunder . wollte aber vor allem der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nicht sprechen. Grund für die moderaten Zahlen sei neben der demografischen Entwicklung auch die Tatsache, dass Arbeitslose in Trainingsma ßnahmen nicht erfasst würden, hieß es. Inklusive aller Teilnehmer an Förderprogrammen seien immer noch 4,3 Mio. Menschen arbeitslos . Kurzarbeiter noch gar nicht berücksichtigt.

Obama will von Autoindustrie Geld zurück

Für die US-Autoindustrie könnte es ungemütlich werden. US-Präsident Barack Obama überlegt nach Agenturberichten,
wie er die etwa 60 Mrd-USD Finanzhilfen zurückfordern kann, mit denen die Regierung der Branche unter die Arme gegriffen hat. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit zum Lob für die eigene Krisenpolitik: Das Weiße Haus erklärte, die Rettungsaktion sei ein gutes Beispiel für die Bemühungen der Regierung, die US-Wirtschaft aus der Krise zu führen. Ohne die Finanzspritze wären 1,1 Mio. Arbeitsplätze verloren gegangen. Seit der staatlichen Rettungsaktion seien 55.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

IWF lobt chinesische Krisenbewältigung

Der Internationale Währungsfonds hat China eine erfolgreiche Krisenbekämpfungsstrategie bescheinigt. Die Regierung habe .vorausschauend, schnell und entschieden . auf den Einbruch reagiert, hieß es im jüngsten Länderbericht. Der IWF sieht das Land weiter als eine zentrale Wachstumslokomotive für die Welt, eine Überhitzung fürchten die Volkswirte nicht. Das größte Risiko für die Exportnation sehen sie in einer Abschwä- chung der globalen Wirtschaft. Das Plus .sollte in diesem Jahr wieder zweistellig ausfallen., so der IWF. Er rechnet mit 10,5 Prozent in diesem Jahr und im nächsten mit 9,6 Prozent.

Düstere Aussichten für die Bauwirtschaft

Die Aussichten für die Bauwirtschaft sind trotz des Aufschwungs düster, das ist zumindest die Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts. Demnach dürften die Bauleistungen 2010 um etwa 4 Prozent abnehmen. Seit 2008 liege der Rückgang damit bei 15 Prozent, hieß es unter Berufung auf eine gemeinsame Studie von Forschungsinstituten aus 19 europäischen Staaten. In ganz Westeuropa würden die Bauleistungen 2012 immer noch unter dem Niveau von 2009 liegen. Zur Belastung würden die Sparprogramme in Ländern wie Spanien, die derzeit ihre Investitionen in die Infrastruktur kappen müssen. Optimistischer fällt der Ifo-Ausblick auf die Investitionen aus: Das Institut rechnet für das laufende Jahr mit einem Plus von 4 Prozent. Viele Betriebe brächten neue Produkte auf den Markt und schafften deswegen neue Maschinen an, hieß es. Allerdings blieben die Firmen grundsätzlich vorsichtig.

BP hofft auf letzten Anlauf  Der Ölkonzern

BP plant am Montag einen neuen Anlauf, um zu versuchen, das undichte Bohrloch endgültig zu verschließen. An den Finanzmärkten wurde unterdessen darüber spekuliert, welche Bereiche das Unternehmen verkaufen könnte, um an Geld zu kommen. Die Pläne des Konzerns, Kosten für die Aufräumarbeiten von der Steuer abzusetzen, stießen auf heftige Kritik.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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