EUR USD (1,2895) Fed-Chef Ben Bernanke wird nicht erbaut sein, wenn er heute die Zeitung aufschlägt. In den letzten beiden Tagen hatte er doch so eifrig versichert, der US-Wirtschaft weiter unter die Arme greifen zu wollen. Und jetzt das: Sein europäischer Kollege….
Jean-Claude Trichet fordert heute in der englischen Financial Times, dass die Spendierhosen ausgezogen werden müssen . überall! Man könne sich in diesen beispiellosen Zeiten nicht darauf verlassen, dass weitere Stimulierungsmaßnahmen überhaupt noch von Nutzen sind. Hingegen schade fiskalische Disziplin dem Wachstum auf Dauer nicht. Eine Volkswirtschaft sei nur dann stabil, wenn sie über ausreichend Munition verfüge, um in Krisenzeiten zu reagieren. Die Munitionslager aber sind gähnend leer. Um das Vertrauen der Menschen zu erhalten, müssten selbige wieder aufgefüllt werden . und das geht eben nur durch Sparen. In dieser spannenden Diskussion hat der EZB-Chef zumindest die aktuelle Datenlage auf seiner Seite: Die gestrigen Stimmungsindizes der europäischen Einkaufsmanager belegten, dass sie alles andere als besorgt sind über die europäischen Sparbemühungen. Im Gegenteil, sie sind so optimistisch wie lange nicht. Allerdings darf man hierbei eines nicht vergessen: Haupttriebfeder der Erholung ist die Exportnation Deutschland . es wächst jedoch auch zu Lasten seiner europäischen Partner und bürdet sich damit neue Verbindlichkeiten auf (etwa in Form möglicher, weiterer Rettungsaktionen?). Ganz so uneingetrübt ist das europäische Bild also doch nicht.
Dennoch hat der Euro Raum, bis zur 1,3140er Marke zu steigen, sofern er oberhalb von 1,2735 gehandelt wird. Der positive Trend würde aber ohnehin erst unterhalb von 1,2610 zunichte gemacht.
USD JPY (86,85) Fast hat man ein bisschen den Eindruck die Debatte um weitere (monetäre) Stimuli, etwa in den USA, gegenüber den Sparappellen in Europa, jüngst vertreten durch EZB Präsident Trichet, sei an Japan zumindest vordergründig weitgehend vorbeigegangen.
Zumindest scheint die Diskussion die Akteure dortzulande nicht so eingehend zu beschäftigen. Stattdessen treibt die Devisenhändler nach wie vor die Furcht vor BoJ-Interventionen um, was auch dafür gesorgt haben könnte, dass der Dollar nicht deutlicher unter Druck geriet. Trotzdem bleibt dieser verwundbar . das Risiko reicht bis 85,85, danach bis zu den Novembertiefs bei 84,80. Angebot erwarten wir indes bei 87,70 und 88,70.
EUR JPY (111,90) Auch gegenüber dem Euro verzeichnete der Yen kaum eigene Impulse. Nachfragepunkte liegen bei 111,10 und 110,10 (gestern getestet), die besten Angebotsniveaus bei 113,40 bzw. 114,40.
GBP USD (1,5285) Der starke Anstieg der Einzelhandelsumsätze kann in vielerlei Hinsicht mit der Fußballweltmeisterschaft in Verbindung gebracht werden. Damit scheint aber auch eine Prognose der Agentur CEBR in Erfüllung gegangen zu sein. Die hatte nämlich vor dem Turnier vorgesagt, die britische Wirtschaft werde etwa in Höhe von 1,6 Mrd. Pfund von König Fußball profitieren. Natürlich war Englands Team bei der WM schon früh ausgeschieden, aber TV-Flatscreens (Elektroartikel haben zu einem großen Teil zum Erfolg der Einzelhändler beigetragen) wurden trotzdem gekauft. Kabelpfunde haben daher von diesen Daten profitiert, obwohl wir einräumen müssen, dass ein Teil dieser Stärke auch der gestrigen Dollarschwäche geschuldet war. Unser Kursziel von 1,5640 bleibt daher gültig. Das Risikolimit liegt derzeit bei 1,5105, wäre jedoch auf 1,5230 zu erhöhen, sobald die erste Hürde an der Oberseite bei 1,5345 übersprungen worden ist.
AUD USD (0,8915) AUD haben das Erholungspotential bis 0,8900/10 ausgenutzt und der der Sprung danach hat sogar weiteren Spielraum bis auf 0,9050 (extrem 0,9275) geschaffen. Die beste Unterstützung liegt derweil bei 0,8840/50.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
Disclaimer
Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten.
Eine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben können wir nicht übernehmen, und keine Aussage in diesem Bericht ist als solche Garantie zu verstehen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle
Einschätzung des Verfassers / der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Deutschen Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen dar.
Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Meinungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern.
Die Deutsche Bank ist nicht dazu verpflichtet, diese Veröffentlichung zu aktualisieren, zu ändern oder anzupassen oder einen Leser auf irgendeine Art und Weise darüber zu informieren, dass sich ein/eine hierin beschriebene/r Sachverhalt, Meinung, Prognose, Vorhersage oder Einschätzung ändert oder nach der Veröffentlichung unrichtig wird.
Weder die Deutsche Bank AG noch ihre assoziierten Unternehmen übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalt.
Diese Veröffentlichung darf nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung der Deutsche Bank AG von keiner Person zu keinem Zweck kopiert, verteilt oder veröffentlicht werden.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
Newsletter

