1 FX-Tagesausblick

Volatilitäten reflektieren Stimmungsumschwung

EUR USD (1,2970)  Wie sich doch innerhalb eines Monats die Welt verändern kann. Da wird Irland von der  Ratingagentur Moody.s herabgestuft. Ungarn und der IWF haben sich überworfen . alles Nachrichten die dem Euro vor wenigen Wochen noch den Garaus gemacht hätten. Wer muss da noch die Ergebnisse des Stresstests für die europäischen Banken fürchten? Unterdessen…

 läuft in den USA die Debatte richtig heiß, ob angesichts der sich nicht verbessernden Lage am Arbeitsmarkt, die derzeitige Politik des lockeren Geldes ausreicht oder nicht. Und es gibt nicht wenige Kommentatoren, die sich sogar vorstellen können, dass die US-Notenbank sich nicht nur verbal noch stärker einer anhaltenden Phase niedriger Zinsen verschreiben wird. Indem etwa eine Beendigung dieses Zustands an eine ökonomische Variable, beispielsweise der Preisentwicklung, gekoppelt wird. Vielmehr denkt man auch an die Möglichkeit zusätzlicher Lockerungsmaßnahmen, indem die Fed auf die Verzinsung der Bankreserven verzichtet bis hin zu zusätzlichen Käufen von Anleihen.
Aber eigentlich ist es schon fast egal, was Ben Bernanke bei seiner morgigen Anhörung vor dem Kongress sagen wird. Denn der Dollar scheint ohnehin derzeit nicht in der Gunst der Akteure zu stehen. Dafür sprechen auch die mit einem Male steigenden impliziten Volatilitäten (sie waren während des größten Teils der Euro-Erholung bislang relativ niedrig geblieben) und der schrumpfende Prämienvorsprung der Put- Optionen bei den Risk-Reversals. Und so würden auch wir . solange 1,3015 nicht überwunden wurde . im Falle eines Rücksetzers auf  1,2850 eine bullishe Strategie (Risikolimit 1,2810) verfolgen.

USD JPY (87,00) Eine mögliche Intervention seitens der BoJ bleibt das Top-Thema unter den Händlern . umso gespannter warten sie auf Finanzminister Yoshihiko Noda, der für heute eine Pressekonferenz anberaumt hat. Tatsächlich ächzen viele exportlastige japanische Unternehmen unter dem starken Yen. Der Autobauer Mazda etwa verliert nach eigenen Angaben für jeden 1¥-Kursgewinn vs. Euro 1,2 Mrd. Yen (rund 14 Mio. USD) im Jahr, vs. Dollar sind es 3 Mrd. Yen. Unterdessen setzen diverse schwergewichtige Marktteilnehmer und Hedgefonds bereits auf eine weitere Aufwertung der japanischen Landeswährung. Dennoch sind wir skeptisch: Erstens haben sich all diese Marktteilnehmer längst entsprechend positioniert und sollten keine allzu große Belastung mehr für das USD/JPY-Währungspaar darstellen. Und zweitens müssen wir noch einmal daran erinnern, dass die Behörden womöglich länger
als gedacht vor einem unzeitgemäßen Markteingriff zurückschrecken werden. Der Dollar bleibt weiterhin verwundbar gegenüber dem Yen: Das Risiko reicht nach wie vor bis 86,10 und darunter bis 85,30. Widerstand sollte sich bei 88,10 und 87,25 einstellen.

EUR JPY (112,85) Die Bonitätsherabstufung Irlands genau wie die Nachricht, dass die deutsche Hypo Real Estate den Stresstest nicht bestanden haben soll, konnten dem Euro nichts anhaben . die 111,30/40er Unterstützung hat gute Dienste geleistet. Angebotspunkte sind bei 113,40 und 114,40 (Oberkante einer breiten Konsolidierungszone) angesiedelt.

GBP USD (1,5265) Um neues Aufwärtspotenzial bis 1,5640 ausrufen zu können, müsste das Pfund nun die Marke von 1,5370 meistern. An der Unterseite konnte unsere Unterstützung bei 1,5210/40 zwar die Verluste begrenzen . jene Zone dürfte aber im zweiten Anlauf schwächer ausfallen. Die nächsten Nachfragemarken darunter warten bei 1,5090 und 1,5005.

AUD USD (0,8770) AUD konnten sich gestern ausgehend von ihrem 0,8640er Stabilitätspunkt wieder erholen und steuern erneut in Richtung 0,8900/10 (aktuelles Erholungspotenzial). Zwischenwiderstand liegt bei 0,8840.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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