EUR USD (1,2905) Am vergangenen Freitag hat der Euro zum ersten Mal seit gut zwei Monaten kurzzeitig wieder das Niveau von 1,30 erreicht. Vermutlich für viele überraschend. Sogar so überraschend, dass ein Kommentator schon von einem Paradigmenwechsel spricht. Und so klingt es fast schon wie eine kleine Entschuldigung, wenn Akteure behaupten, es handele sich eigentlich nicht um eine Eurostärke, sondern vielmehr um eine Dollarschwäche. Man müsste sich ja nur einmal die USFundamentaldaten und…
den sich verschlechternden konjunkturellen Ausblick ansehen. Und wem das noch nicht reicht, der erhält quasi als ultimativen Beweis das jüngste Bekenntnis des chinesischen Premiers Wen Jiabao zum Euro. Fast bekommt man den Eindruck, als ob China mit dem Erwerb spanischer Staatsanleihen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar vor einer Woche von einer mehrmonatigen Euro- Abstinenz zurückgekehrt sei.
Tatsächlich ist das verbale Vertrauensvotum Wens auch dem jüngsten Besuch Angela Merkels in China geschuldet. Vielleicht haben auch Euro-Käufe aus Fernost bereits vor Wochen stützend gewirkt. Und die US-Fundamentaldaten? Als diese in der ersten Jahreshälfte auch schon einmal negativ ausfielen, hieß es, dies schade in erster Linie dem Euro. Tatsächlich haben sich die Marktteilnehmer rund fünf Monate nach den ersten richtigen Schreckensnachrichten aus Griechenland an das Getrommel gegen den Euro gewöhnt. Und sie werden sich mit der Zeit auch an ungünstige Nachrichten aus den USA gewöhnen. Damit ist die Euroerholung von rund 10 Cents zunächst nicht mehr als eine Korrektur der Entwicklung von 1,50 auf 1,20. Richtig fest (1,3320) sieht der Euro aber erst oberhalb von 1,3015 aus.
USD JPY (86,65) Kaum fällt der Dollar vs. Yen auf ein neues Jahrestief, schon wird mancherorts wieder über mögliche Interventionen debattiert. Sollte der Dollar unter die ¥85-Marke fallen, würden die japanischen Behörden eingreifen, so ein Analyst. Zumal verbale Interventionen seitens der Notenbank bislang nicht fruchteten. Allerdings müssen wir auch das altbekannte Gegenargument wie so oft anführen: In diesen Zeiten, in denen globale Ungleichgewichte verpönt sind und alle Welt China für seine Währungspolitik kritisiert, dürften direkte Eingriffe auf das USD/JPY-Währungspaar weltweit sicherlich nicht auf ein positives Echo stoßen. Da wir nicht an offizielle Unterstützung glauben, sehen wir nach wie vor Risiko – zunächst bis 86,10 und 85,30. Widerstand sollte sich bei 87,00 und 87,50 auftun.
EUR JPY (111,85) Die Erwartungen an die Veröffentlichung der europäischen Stresstests sind hoch – Politiker und EZB-Mitglieder sind bereits eifrig dabei, die Robustheit von Europas Banken über den grünen Klee zu loben. Böse Überraschungen sollten dennoch ausbleiben. Sonst hätten sich ebendiese Offiziellen wohl nicht so weit aus dem Fenster gelehnt. Große Überraschungen erwarten wir auch nicht bei EUR/JPY: Die Oberkante der breiten Konsolidierungszone liegt weiterhin bei 114,40 (Zwischenwiderstand: 113,55). Auf Nachfrage sollte man sich bei 111,40 und 109,60 einstellen.
GBP USD (1,5310) Mit einem Leitzinsniveau nahe Null fühlt sich jeder Zentralbanker nicht sonderlich wohl, schließlich ist ihm damit das Instrument „Zinssenkungen“ genommen. Es ist also kein Wunder, dass BoE-Mitglied David Miles dem Tag freudig entgegensieht, an dem die britischen Zinsen wieder angehoben werden. Nun gleich auf eine baldige Zinsstraffung zu schließen, geht aber sicherlich zu weit – die Sterling-Rallye vom Donnerstag war daher wohl nicht in vollem Ausmaß berechtigt. Mit nachhaltigen Kursgewinnen rechnen wir ohnehin erst jenseits von 1,5490 (Potenzial danach: 1,5610). Nachfrage wartet derweil bei 1,5210/40 und 1,5070.
AUD USD (0,8665) AUD testeten heute die 0,8640er Unterstützung. Erst darunter würde die Stabilität in Frage gestellt (Risiko: 0,8525/40). Derweil wird das Erholungspotenzial jetzt bei 0,8910 begrenzt (Zwischenwiderstand 0,8785).
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
Disclaimer
Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten.
Eine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben können wir nicht übernehmen, und keine Aussage in diesem Bericht ist als solche Garantie zu verstehen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle
Einschätzung des Verfassers / der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Deutschen Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen dar.
Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Meinungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern.
Die Deutsche Bank ist nicht dazu verpflichtet, diese Veröffentlichung zu aktualisieren, zu ändern oder anzupassen oder einen Leser auf irgendeine Art und Weise darüber zu informieren, dass sich ein/eine hierin beschriebene/r Sachverhalt, Meinung, Prognose, Vorhersage oder Einschätzung ändert oder nach der Veröffentlichung unrichtig wird.
Weder die Deutsche Bank AG noch ihre assoziierten Unternehmen übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalt.
Diese Veröffentlichung darf nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung der Deutsche Bank AG von keiner Person zu keinem Zweck kopiert, verteilt oder veröffentlicht werden.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
Newsletter

