EUR USD (1,2915) Das Bild wird immer klarer: Auch gestern bestätigte sich wieder einmal, dass es um die US-Wirtschaft nicht allzu gut bestellt ist. Die Stimmungsindikatoren etwa für die Bezirke New York und Philadelphia trübten sich wider Erwarten deutlich ein. Die Aussichten auf eine erste Fed-Zinserhöhung rückten damit weiter in die Ferne. Gleichzeitig kamen aus Europa einigermaßen ..
ermutigende Neuigkeiten: Die Slowakei stimmte gestern endlich dem Rettungsschirm für die Eurozone zu und die jüngste spanische Bond-Auktion verlief sehr erfreulich. Unterdessen stieg die Einheitswährung munter weiter – auf das höchste Niveau seit Anfang Mai. Kurzfristig orientierte Akteure waren längst auf den fahrenden Euro-Zug aufgesprungen und dürften gestern an der vielbeachteten 100-Tagelinie gar die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen wahrgenommen haben. Auch ein Blick auf die kurzfristige, implizite Volatilität lässt vermuten, dass vielen Händlern die aktuelle Erholung gelegen kam. Bei den etwas längerfristig agierenden Strategen hingegen findet erst jetzt langsam aber sicher ein Umdenken statt – nur wenige haben sich bereits von ihren Short-Positionen verabschiedet.
Bislang stand jenen Akteuren ausreichend Angebot zur Verfügung, um sich einigermaßen glimpflich von alten Short-Engagements zu lösen. Doch die Gelegenheiten dürften seltener werden, zumal auch die kurzfristig aktiven Händler nur darauf lauern, den Euro wieder zu kaufen. Die Erholungsrallye der Einheitswährung sollte sich daher fortsetzen, zunächst bis zur 1,2995er Marke und danach bis 1,3140. Mit guter Nachfrage rechnen wir derweil bei 1,2840.
USD JPY (87,05) Das Vorhaben von Premier Naoto Kann, das japanische Steuersystem zu reformieren – wozu auch eine Umsatzsteuer- Erhöhung gehört – löst bei der Bevölkerung zwar nicht unbedingt Begeisterungsstürme aus, aber immerhin befürworten 60 Prozent der Bürger (Reuters-Umfrage) einen solchen Schritt. Trotzdem dürfte ihm jeder bestätigende Kommentar recht sein. Gestern äußerte sich einer seiner ranghöchsten Berater zum Thema: Eine Steuererhöhung würde „alle Probleme lösen“. Mehr Wasser auf die Mühlen geht kaum. Seitens der Zentralbank gab es zur Steuerthematik zwar keine Kommentare, dafür aber den Hinweis, die Entwicklung am Devisenund Aktienmarkt sehr aufmerksam zu verfolgen. Während der starke Yen weiterhin die Exporteure quält, hat sich die Stimmung der Privatanleger gegenüber dem Nikkei-Index drastisch verschlechtert. Der Reuters-Stimmungsindex zum Aktienmarkt sank auf das tiefste Niveau seit Ende 2009. Aber was will die BoJ mit ihrer Mahnung andeuten? Wie will sie verhindern, dass der Nikkei auf ein neues Siebenmonats-Tief abrutscht oder der Yen auf ein neues Jahreshoch steigt? Etwa mit Verbalinterventionen? Vor Letzteren fürchten sich die Marktteilnehmer vermutlich genauso, wie vor einer Wasserpistole. Yen-Bären dürften hingegen größere Angst vor neuen Jahreshochs haben. Denn der USD hat nach dem Bruch unseres Risikolimits gestern leider nur noch schwache Unterstützungen bei 86,85 und 86,10 aufzuweisen. Hingegen wartet reichlich Angebot bei 87,50 und 88,25.
EUR JPY (112,50) Der Euro schwächelt innerhalb seiner laufenden Konsolidierung etwas. Nachfrage wartet aber bei 111,60 und 109,60, während an der Oberseite 113,55 und 114,40 den Aktivitätsradius eingrenzen werden.
GBP USD (1,5425) Bei einem Tagesgewinn von über 200 Stellen erscheint es etwas seltsam von „Underperformance“ zu sprechen. Dennoch waren die Gewinne gestern ein reines Dollarschwäche- Produkt. Unser Aufwärtspotenzial wurde überschritten. Jetzt wartet die nächste Hürde bei 1,5490, der Auslöser für 1,5610. Nachfrage liegt indes bei 1,5380 und 1,5315.
AUD USD (0,8775) AUD bewahren ihre Chancen für einen Test bei 0,8950. Darüber sind sogar Avancen bis auf 0,9050 möglich. Nachfrage vor 0,8640/50 ist jedoch dünn gesät.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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