EUR USD (1,2715) Die Tage, an denen Bekanntmachungen von Rating-Agenturen hohen Einfluss auf die Entscheidungen der Marktteilnehmer hatten und damit deren Handeln nachhaltig beeinflussten, scheinen erst einmal vorüber zu sein. Gestern jedenfalls ließ sich das an einigen Kursverläufen ablesen: im Aktien-, Rentenmarkt und beim Euro. Als die Nachricht, dass Moody’s Portugal herabgestuft hat, auf die Märkte traf, zeigte sich auf den Handelsbildschirmen kurz höhere Aktivität. Anleihen stiegen, Aktien…
und Euro sanken. Letzteren trieben kurzfristig orientierte Händler innerhalb weniger Minuten auf sein Tagestief. Doch schon kurze Zeit später wurden diese Short-Spieler selbst zu Gejagten. Andere, vermutlich mittelfristig orientierte Kräfte, schienen nur darauf gewartet zu haben, dass sich der Markt auf den Euro einschießt. Dazu könnten beispielsweise Hedge-Fonds gehören, deren allgemeine Präferenz für den US-Dollar im Juni zu einer kostspieligen Angelegenheit wurde, weshalb sie im vergangenen Monat bereits mit vorsichtigen Eindeckungskäufen auffielen. Gestern dürfte sich dieser Trend fortgesetzt haben; darauf lässt jedenfalls der Charakter der anschließenden Euro- Aufwärtsbewegung schließen. Aber was am Ende auch immer der auslösende Faktor gewesen sein mag; eines hat der gestrige Handelstag allen Marktteilnehmern vor Augen geführt: Der Einfluss der Rating- Agenturen auf die Entscheidungsfindung der Akteure hat merklich abgenommen. Sie entscheiden nun unabhängiger, was besonders die EZB erfreuen dürfte. Denn dort denkt man schon seit einiger Zeit über Alternativlösungen nach. Wir peilen für den Euro weiterhin das Aufwärtspotenzial bei 1,2890 an, solange er sich über der 1,2470er Unterstützung bewegt.
USD JPY (88,95) Viele Akteure scheinen immer noch zu befürchten, dass die Rating- Agenturen vor allem die Entscheidungsprozesse bei Spar- und Steuervorhaben der Regierung ob des jüngsten Wahlergebnisses mit Argusaugen verfolgen werden. Dabei müssen unklare Mehrheitsverhältnisse nicht zwangsläufig für eine Starre bei der Lösung dringend anstehender Probleme sorgen. Die langfristig orientierten Akteure, von denen der Yen vor allem im Juni profitiert hatte, dürften jedenfalls bei ihren Erwägungen ohnehin auch ein politisch ungünstiges Ergebnis in ihre Pläne mit einbezogen haben. Vermutlich aber ohne Konsequenzen, zumal ein Teil dieses Kapitalstroms mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Zentralbank(en) gestellt wurde. Daher könnte man denjenigen Kommentatoren Glauben schenken, die dem Yen seither zumindest den Rang einer ernst zu nehmenden Alternative zu Euro und Dollar zugesprochen haben. Derzeit wird der Markt jedoch von besorgten kurz- und mittelfristigen Akteuren beherrscht. Dabei entscheidet ein Überwinden der 89,50/65er Hürde, ob der USD weiteres Potenzial bis 91,10 erhält. An der Unterseite besteht Nachfrage bei 88,05 und 87,60.
EUR JPY (113,10) Der Euro sieht derzeit so stabil aus, dass wir sofort eine bullishe Strategie mit Kursziel 116,50 (Risikolimit 112,30) eröffnen, zumal wir bei 114,40 nicht mehr mit ernsthaftem Widerstand rechnen.
GBP USD (1,5215) Trotz anfänglicher Schwäche ist Kabelpfunden ein Rücktest von 1,4940 erspart geblieben. Dass keine Altpositionen mehr vom Freitag an der Oberseite vorhanden waren, bestätigte der anschließende Durchbruch von 1,5110, womit das Pfund Auftrieb bis 1,5330 bekommen sollte. Korrekturen dürften indes bei 1,5080 auf gute Nachfrage treffen.
AUD USD (0,8820) Das Aufwärtspotenzial für AUD bis auf 0,8950 (darüber 0,9050) bleibt weiterhin bestehen. Unterstützungen sind jetzt bei 0,8750 und bei 0,8640 ausgewiesen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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