EUR USD (1,2600) Die Zeichen, dass die EZB ihre umstrittenen Anleihekäufe schon bald beenden könnte, mehren sich. So äußerte etwa EZB-Mitglied Stark, wenn sich das Marktumfeld weiter verbessere, sei eine Fortsetzung dieser Aktivitäten nicht notwendig. Tatsächlich kann man die hinter den Erwartungen der Analysten zurück gebliebenen Bondkäufe seitens der Zentralbank als Zeichen für eine Verbesserung des Marktumfeldes werten. Während eine Beendigung der Bondkäufe von einigen…
EZB-Mitgliedern sicherlich mit Erleichterung aufgenommen werden dürfte, warnt der IWF indes vor möglichen negativen Folgen für die Märkte, falls dieses Commitment zu früh beendet würde. Tatsächlich muss sich aber ein Land wie Spanien nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft eigentlich keine Sorgen mehr machen, dass es seine Anleihen nicht auch auf andere Weise an die Frau bringen wird. Wenn man bedenkt, dass die Ulster Bank Belfast im Jahr 2006 eine Fünf- Pfund-Banknote zum einjährigen Todestag des Fußballers George Best auf den Markt brachte, die heute bei Ebay mehr als das Doppelte einbringt, könnte Spanien zu ähnlichen Mitteln greifen. Eine Anleihe mit dem Konterfei und den Unterschriften der WM-Gewinner von gestern Abend, dürfte aufgrund massiver Fan-Nachfrage wahrscheinlich sogar mehrfach überzeichnet werden. Ein ähnliches Modell wäre im Fall der Fälle für Anleihen des EU-Stabilisierungsfonds denkbar. Dann mit allen Unterschriften der Spieler der ersten drei Mannschaften der WM, die allesamt von Europa gestellt werden. Unterdessen sehen wir für den
Euro, solange sich dieser oberhalb von 1,2470 bewegt, immer noch Aufwärtspotenzial bis 1,2890.
USD JPY (89,10) Es ist zwar Sommer und Japans Premier Kan erst seit Anfang Juni im Amt, aber trotzdem bläst ihm plötzlich ein eisiger Wind ins Gesicht. Praktisch mit Amtseinführung musste er unangenehme Reformen, wie Sparmaßnahmen und Umsatzsteuererhöhungen angehen. Besonders letztere Maßnahme ist unpopulär. Entsprechend wenig hat das Ergebnis der Oberhauswahl am Sonntag überrascht. Kans Ziel, die angestrebten 54 Sitze zusammenzubekommen, hat er deutlich verpasst. Obgleich die Mehrheit der Marktkommentatoren mit Yen-negativen Auswirkungen gerechnet hatte, hielt sich die Reaktion der Händler heute Morgen in Grenzen. Der USD konnte sich in der Vorwoche zumindest wesentlich deutlicher durchsetzen. Derzeit zögert er noch, unseren 89,50er Widerstand anzugreifen. Wie gehabt, gehen wir erst nach einem Überwinden dieser Hürde von einer nachhaltigen Yen Schwäche aus (Aufwärtspotenzial bis 91,10). Aber immerhin hat sich der USD zwischenzeitlich in etwas sichereres Gelände vorgetastet. Die Gefahr eines erneuten Abdriftens besteht erst mal nicht mehr.
EUR JPY (112,25) Kaum wahrnehmbar waren die Wahlreaktionen des Yen heute Morgen gegenüber dem Euro. Die 112,90er Marke bleibt der Schlüssel für einen Ausflug auf 114,40, die Oberkante der großen Konsolidierung. Unterstützungen finden sich hingegen nach wie vor bei 110,90 und 109,90.
GBP USD (1,5030) Am Freitagvormittag schaffte es Sterling gerade so bis auf die 1,52er Marke vorzudringen, bevor die Kurse um 150 Stellen abrutschten. Auffällig hohes Handelsvolumen bei 1,5090/110 lässt vermuten, dass Händler versuchten, dort in die Schwäche hineinzukaufen – was sich offensichtlich nicht auszahlte. Da wahrscheinlich noch Long-Positionen existieren, die in dieser Zone etabliert wurden, erwarten wir dort ersten Widerstand. Um aber auf steigende Kurse bis 1,5700 zu setzen, ist immer noch ein Bruch der 1,5265er Marke notwendig. Weitere Dip-Kauf-Versuche sind bei 1,4940 und bei 1,4830 zu erwarten.
AUD USD (0,8755) Das Aufwärtspotenzial bis auf 0,8950 (leicht adjustiert) bleibt auch zum Wochenanfang erhalten. Zwischenwiderstand ist zuvor noch bei 0,8850 ausgewiesen. Unterstützungen liegen bei 0,8640 und bei 0,8530.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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