1 Maerkte am Morgen

EZB befürwortet Stresstest-Veröffentlichung

Die Europäische Zentralbank hat bei ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins für die Eurozone erwartungsgemäß unverändert bei 1,00 Prozent belassen. Doch die Entscheidung über den Schlüsselsatz war allenfalls Thema am Rande. Vielmehr interessierten sich die Beobachter für Aussagen des Notenbankchefs Jean- Claude Trichet zur…

 geplanten Veröffentlichung der Stresstests für europäische Banken. Nach Einschätzung Trichets sei dies zu begrüßen. Saubere Bilanzen, ein effizientes Risikomanagement sowie transparente, stabile Geschäftsmodelle seien Voraussetzungen für ein gesundes Finanzsystem. Die Ergebnisse sollen am 23. Juli publiziert werden. Der Währungshüter zeigte sich außerdem zufrieden, dass es der EZB in den vergangenen Tagen gelungen war, insgesamt 244 Mrd. EUR aus dem Markt zu ziehen.

Stark (EZB) warnt vor einer Bankenabgabe

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark steht einer Bankenabgabe äußerst kritisch gegenüber: „Ich sehe ein Problem darin, an schärferen Eigenkapitalregeln zu arbeiten und gleichzeitig eine Bankensteuer einzuführen“, sagte Stark. Es bestehe dann die Gefahr, dass das Bankensystem überfordert und die Kreditvergabe erschwert werde. „Am Ende bestrafen wir nicht die Banken, sondern die Unternehmen und die Kunden“, so der Ökonom.

Bundesrat: Letzte Sitzung vor Sommerpause

Der Bundesrat kommt heute zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen. Auf der Tagesordnung stehen etwa 80 Punkte, darunter die Entscheidung über den Erhalt der Jobcenter oder über den im Vermittlungsausschuss erzielten Kompromiss zur gestaffelten Kürzung der Solarförderung.

RWI-Forscher: Staatsdefizit wird rapide sinken

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) ist davon überzeugt, dass die Sparbemühungen der Bundesregierung Wirkung zeigen. Der Aufschwung werde dadurch zwar etwas gebremst, die Konjunktur werde aber keineswegs abgewürgt. „Wenn alle angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden, könnte Deutschland bereits 2012 wieder den Stabilitätspakt einhalten“, sagte der RWI-Finanzexperte Heinz Gebhardt gegenüber dem Handelsblatt. Das wäre ein Jahr früher als geplant. Das RWI begrüße, wie Gebhardt betonte, den Konsolidierungskurs der Bundesregierung ausdrücklich. Allerdings wäre es besser gewesen, Effizienzreserven im Gesundheitssektor zu heben, statt die Beiträge nach oben zu schrauben, fügte er an.

Exporteure nutzen Konjunkturaufschwung

In den kommenden Monaten erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag weiter anziehende Exporte. Deutsche Unternehmen nutzten die weltweite Konjunkturerholung, erklärte der DIHK-Außenhandelschef gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Besonders in Schwellenländern wie China und Brasilien sei die Nachfrage sehr gut. Laut aktueller Handelsbilanzstatistik sind die hiesigen Exporte im Mai so kräftig gestiegen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Den rekordhohen Anstieg der Importe führt der DIHK unter anderem auf die Euro-Schwäche zurück. Steigende Einfuhren seien aber auch ein Hinweis auf eine gut laufende Konjunktur in Deutschland. Unternehmen kauften deshalb
mehr Vorprodukte im Ausland ein.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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