EUR USD (1,2685) Wir können uns noch gut an die Zeiten erinnern, als EZB-Präsident Trichet immer wieder davor warnte, die Investoren würden vorhandene Risiken in den Finanzmärkten unterschätzen und daher falsch bewerten – Warnungen, die von ihm bereits lange vor der Finanzkrise…
zu hören waren und die er unter anderem an überhöhten Immobilienpreisen festmachte. Und so haben wir ein bisschen aufgehorcht, als Trichet gestern äußerte, Europas Volkswirtschaft sei stärker als die Investoren glaubten. Ja, man könnte fast geneigt sein, aufgrund der treffsicheren Einschätzungen vor der Krise dem EZBPräsidenten auch dieses Mal zuzutrauen, er liege richtig. Was möglicherweise nur als Replik an die Adresse derjenigen Analysten gedacht war, die Europa als Belastung für die Weltwirtschaft betrachten, impliziert nämlich, dass die Investoren derzeit ebenfalls wieder die Risiken falsch einschätzen. Doch mangelt es heute im Gegensatz zu den Zeiten vor der Krise an konkreten Möglichkeiten, ein derartiges „Mispricing“ zu berechnen. Damals, im Vorfeld der Krise, war es immerhin möglich, einen Vergleich zwischen dem Marktpreis und der berechenbaren Zusammensetzung, etwa einer durch Hypotheken gesicherten Anleihe, konkret festzustellen. Wenn man dagegen die „Stärke“ einer Volkswirtschaft berechnen möchte, bedarf es jedoch nicht nur gegenwärtiger, sondern unsicherer Zukunftseinschätzungen. Einschätzungen, die von Stimmungen und Emotionen der Konsumenten und Investoren abhängen. Anders ausgedrückt: Trichets gestrige Aussagen sind nicht objektiv nachmessbar. Für den oberhalb von 1,2470 stabilen Euro sehen wir dennoch Potenzial bis 1,2890.
USD JPY (88,60) Naoto Kans jüngster Vorschlag, das Rentensystem zu reformieren, erfährt parteiübergreifend Unterstützung. Für seinen Entwurf zur Umsatzsteuererhöhung trifft dies allerdings nicht zu. Dabei sei diese dringend nötig, um Japans Finanzen aufzupäppeln (die Steuereinnahmen lokaler Regierungen erfuhren gerade einen noch nie dagewesenen Einbruch) bzw. Unternehmen Steuererleichterungen zu gewähren, um sie wettbewerbsfähiger zu machen. Das wäre auch dringend angeraten, denn die jüngste Umfrage zur Stimmung der Arbeiter im Servicesektor, die als besonders feinfühliger Indikator der Wirtschaft gilt, verheißt weiterhin nichts Gutes. Der Indexwert ist im Juni abermals gesunken und liegt nun schon 39 Monate in Folge unter der markanten 50-Prozent-Schwelle. Da hilft es auch nichts, dass die BoJ in ihrem Sakura-Report von einer „moderaten Erholung“ des wirtschaftlichen Umfeldes spricht. Das Wort Erholung hat sie in diesem Lagebericht übrigens seit zwei Jahren nicht mehr verwendet. Mehr als nur moderat, wirkt mittlerweile die Erholung des USD. In den letzten beiden Tagen hat er sich von seinem jüngsten Tief abgestoßen. Gebannt ist die Gefahr eines erneuten Rückschlags auf 86,10/50 aber noch nicht. Dazu muss erst der 88,65er Widerstand überwunden werden. Eine nachhaltige Erholung gäbe es erst nach Überwinden des 89,50er Widerstandes.
EUR JPY (112,45) Ausländische Investoren waren im Juni Nettoverkäufer japanischer Aktien, vermeldete die Tokioter Börse. Und das in erheblichem Umfang, denn es war der größte Negativsaldo der letzten anderthalb Jahre. Über 112,80 wird der Euro die Oberkante der Konsolidierung bei 114,40 in Angriff nehmen. Unterstützungen liegen bei 110,90 und 109,90.
GBP USD (1,5150) Die Industrieproduktion in GB, die fast doppelt so hoch wie erwartet ausfiel, konnte das Pfund nicht in Schwung bringen. Wir bleiben trotzdem bullish, ermäßigen aber unser Aufwärtspotenzial auf 1,5265/85. Ein Überwinden dieser Hürde, würde dem Pfund den Weg auf 1,5700 ebnen. Unterstützungen finden sich weiterhin bei 1,5070 und bei 1,4940.
AUD USD (0,8765) AUD verbleiben zum Wochenschluss in stabiler Verfassung mit Aufwärtspotential bis auf 0,8975 (Zwischenwiderstand 0,8850). Unterstützungen sind nach wie vor bei 0,8640 und bei 0,8530 anzusetzen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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