1 Maerkte am Morgen

EU begrenzt Bonuszahlungen für Banker

Als erste Wirtschaftsregion der Welt macht die Europäische Union künftig strenge gesetzliche Vorschriften zu Bonuszahlungen an Mitarbeiter von Banken. Das Europäische Parlament verabschiedete in Straßburg mit großer Mehrheit die neuen Regeln in erster Lesung. Ab dem kommenden Jahr können erfolgreiche Banker nur noch 30 …

Prozent einer Sondervergütung sofort ausgezahlt bekommen. Der Rest kann erst binnen einiger Jahre fließen, wenn sich prämierte Leistungen als dauerhaft erfolgreich erwiesen haben.

14 Banken im Stresstest

Insgesamt 14 deutsche Banken stehen auf der Liste für den neuen Stresstest; europaweit müssen sich insgesamt 91 Institute der Frage stellen, wie gut sie eine neue Verschärfung der Krise überstehen würden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich  optimistisch gezeigt – noch bevor die Institute bekannt waren. „Die Folgen, die sich für Deutschland ergeben, werden beherrschbar sein mit den Instrumenten, die wir uns in der Bankenkrise vor zwei Jahren gegeben haben“, sagte er. Auch Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou gab sich gelassen. „Es ist klar, dass ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen ein Kritikpunkt sein dürften. Abgesehen davon sind sie weiterhin in einer guten finanziellen Verfassung“, sagte er. Dabei sieht das von der EU entwickelte Szenario für Griechenland-Anleihen offenbar zweistellige Abschläge vor – einige der Stresstest-Fragen sickerten vorab an die Medien durch. Demnach sehen die Szenarien keinen drastischen Einbruch der deutschen Konjunktur und keine gravierenden Wertkorrekturen an deutschen und französischen Staatsanleihen vor. Überprüft wird dagegen offenbar ein deutlicherer Verfall von Anleihen aus Spanien, Irland, Italien, Portugal und Griechenland. Für Länder wie Griechenland
seien Wertverluste von mehr als 10 Prozent vorgesehen, hieß es. Die Ergebnisse sollen am 23. Juli veröffentlicht werden. In welcher Form, ist noch offen.

Sparpaket auf dem Weg

Die schwarz-gelbe Koalition hat ihren ersten Sparhaushalt auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett billigte den Entwurf für 2011 und den Finanzplan bis 2014. Enthalten sind deutlich weniger neue Schulden als bisher geplant und massive Ausgabenkürzungen. Die Ausgaben liegen bei 307,4 Mrd. EUR. Das sind 3,8 Prozent weniger als dieses Jahr. Wegen der besseren Konjunktur muss sich Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 57,5 Mrd. EUR fast 20 Mrd. EUR weniger frisches Geld bei den Banken leihen als bisher geplant war. Zugrunde liegt eine optimistische Prognose, demnach steigen die Steuereinnahmen weiter, während sich die Konjunktur positiv entwickelt. Endgültig verabschiedet wird der Etat erst Ende November. Unterdessen wächst die Empörung über den schwarz-gelben Gesundheitskompromiss. Eine breite Kritikerfront wirft der Regierung unsolidarische Belastungen und mangelnde Reformen vor. Die Opposition im Bundestag sprach von Wortbruch. Gewerkschaften, Krankenkassen und Verbraucherschützer zeigten sich enttäuscht bis empört.

IWF optimistischer

Der Internationale Währungsfonds erwartet für dieses Jahr eine noch stärkere Erholung der Weltwirtschaft als bisher angenommen. Er korrigierte seine Prognose um 0,4 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Auf für Deutschland gab es einen Aufschlag: Das erwartete Plus liegt ebenfalls etwas höher – bei 1,4 Prozent.

Aktuelles Dax-Sentiment

Zu Beginn des neuen Halbjahres – einer neuen Referenzperiode – lassen sich viele Akteure weniger von Fundamentaldaten leiten als vom DAX-Stand selbst. In der aktuellen Cognitrend-Sentimenterhebung hat ein Teil ehemaliger Pessimisten Gewinne eingestrichen. Die meisten wechselten dabei jedoch nicht sogleich die Seite, sodass der Bull/Bear-Index fast im neutralen Bereich verblieb.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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