1 FX-Tagesausblick

Nicht der Tabellenstand die Perspektive zählt

EUR USD (1,2585) Seit einiger Zeit ist es an den Finanzmärkten um Griechenland recht still geworden. Nun erhielten Marktteilnehmer zu Wochenbeginn zwei völlig unterschiedliche Eindrücke. Zum einen machte eine Publikation der britischen Analysegesellschaft CMA im Devisenmarkt die Runde. Zum anderen gab es Neuigkeiten seitens der griechischen Notenbank. Während die…

 jüngste CMA-Quartalsstudie Griechenland einen unrühmlichen zweiten Platz in der Rangliste der am stärksten von einem Kreditausfallrisiko bedrohten Staaten bescherte, wartete die Zentralbank mit positiven Neuigkeiten in Sachen Schuldenabbau auf: Das Defizit sei in den vergangenen Monaten beträchtlich geschrumpft, hieß es. Im ersten Halbjahr lief somit alles „nach Plan“, was auch den Finanzminister optimistisch stimmt. Er glaubt sogar, dass die Prognose einer um 4 Prozent schrumpfenden Wirtschaft viel zu skeptisch gewesen sei. Wenn man nun die Marktreaktionen der Euro-Händler betrachtet, muss man annehmen, dass sie größeres Gewicht auf die Aussagen der griechischen Offiziellen legen und sich weniger dem Tabellenstand der Risikostaaten widmen. Dies wäre auch eine logische Reaktion, denn was der erwähnte zweite Platz widerspiegelt (die Kosten für eine Ausfallversicherung), ist den Marktteilnehmern bereits bestens bekannt gewesen und reflektiert den Gipfel der Eurokrise im April/Mai dieses Jahres. Die Zahlen der Notenbank sind zwar auch ein Rückblick, ermöglichen aber wenigsten eine positive Perspektive. Einen positiven Ausblick haben wir derzeit übrigens auch: Wir peilen für den Euro als Kursziel die 1,2840/90er Widerstandszone an. Am Risikolimit können wir momentan aber noch nichts ändern – es bleibt bei 1,2580.

USD JPY (87,50)
Chinesische Investoren haben offensichtlich umgerechnet 6,2 Mrd. USD in japanische Staatsanleihen (Laufzeit jedoch überwiegend unter 1 Jahr!) während der ersten vier Monate des Jahres investiert. Wenn man diese Zahl dem Anstieg der Währungsreserven Chinas (nach Angaben der PBoC 42 Mrd. USD) im ersten Quartal gegenüberstellt, macht der Ankauf der JGB’s hochgerechnet 10 Prozent dieser neuen Reserven aus. Und so wundert es nicht, dass einige Analysten vorschnell diese Käufe als Ursache für die Yen-Stärke ausmachen. Auch wenn die 6,2 Mrd. USD im Vergleich zu früheren Zahlen exorbitant aussehen mögen, dürfte der Betrag kaum geeignet sein, einen Trend anzustoßen. Tatsächlich lag der Yen zum USD Ende April sogar an seinem Jahrestief! Die heutige USD-Schwäche (Risiko 86,10/50) ist also anderen Ursachen zuzuschreiben. Dennoch sehen wir von einer Strategie ab – auch wenn eine nachhaltige  Erholung erst jenseits von89,50 zu erwarten ist.

EUR JPY (110,10) Die relativ engen Bewegungen im Vergleich zum Euro, zeigen, dass der Yen derzeit keine neue innere Stärke aufbaut. Er bewegt sich innerhalb seiner Konsolidierung (107,10 – 114,40) in engen Grenzen zwischen 108,60 und 111,90.

GBP USD (1,5120) Angesichts teils deflationärer Tendenzen im Einzelhandel (BRC) und dem geringsten Stellenzuwachs am Arbeitsmarkt seit fünf Monaten, sind für viele Akteure die „Flitterwochen“ der neuen Regierung beendet. Trotzdem haben Pfund-Bullen keine Verluste gemacht und auch wir halten eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung auf 1,5275/95 (leicht reduziert) für möglich. Dort befindet sich die letzte Hürde, um den übergeordneten Abwärtstrend zu beenden. Im Falle erneuter Abwärtskorrekturen rechnen wir indes mit Nachfrage bei 1,5070 und bei 1,4940 – darunter würde der derzeitige Aufwärtsdruck zum Erliegen
gebracht.

AUD USD (0,8475) AUD bleiben zunächst neutral, solange die Unterstützung bei 0,8315 gehalten wird. Die Oberkante der neutralen Zone liegt bei 0,8595.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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