1 Maerkte am Morgen

Griechenland kommt beim Defizitabbau voran

Vorläufigen Zahlen der griechischen Notenbank zufolge macht das Land Fortschritte beim Stopfen seines Haushaltslochs: In den ersten 6 Monaten sank das

 

 

Defizit demnach um mehr als 40 Prozent auf 4,9 Prozent des BIP und liege damit deutlich unter dem mit dem Internationalen Währungsfonds und der EU vereinbarten Ziel von 5,8 Prozent des BIP. In den kommenden Tagen will das Finanzministerium Daten zur weiteren Entwicklung des Haushaltsdefizits vorlegen. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou gab sich zuversichtlich, das Haushaltsziel für das laufende Jahr einzuhalten: „Wir sind auf dem richtigen Weg, und die ersten Ergebnisse zeigen das bereits.“ Dies sei ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte, sagte Papakonstantinou, der überdies Berichte zurückwies, wonach weitere Sparmaßnahmen geplant seien. Griechenland verfüge bereits über ein Paket, das nun nach und nach umgesetzt werde. Am Donnerstag stimmt das Parlament in Athen über die geplante Rentenreform ab.

 

Treffen im Vorfeld der Stresstest-Ergebnisse

 

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge werden sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und die Chefs der größten europäischen Banken kurz vor der Veröffentlichung europaweiter Bankstresstests Ende Juli in Frankfurt treffen. Finanzkreisen zufolge soll das Spitzengespräch am 21. Juli stattfinden. Spätestens 2 Tage danach sollen dann die Ergebnisse der Tests veröffentlicht werden. Dem Vernehmen nach könnten in der Runde Ergebnisse und Folgen für die Branche diskutiert werden, falls einzelne Banken die Tests nicht bestanden haben sollten. Die EZB wollte sich zu den Informationen gestern nicht äußern. Wie Reuters am Montag aus Reguliererkreisen weiter erfuhr, soll noch in den kommenden Tagen die bislang heftig umstrittene Methodik der Tests festgezurrt werden.

 

Niederländische Notenbank plant Reform

 

Nachdem in der vergangenen Woche ein Misstrauensantrag gegen den niederländischen Notenbankchef Nout Wellink im Parlament gescheitert war, kann der wegen Versäumnissen in der Bankenaufsicht ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Währungshüter vorerst weiter im Amt bleiben. Hollands Parlamentarier fordern allerdings eine grundlegende Reform der Notenbank

DNB. Entsprechende Vorschläge sollen bis Mitte August auf dem Tisch liegen. Wellink, dessen Mandat 2011 ausläuft und vermutlich nicht verlängert wird, könnte sich auf diese Weise mit einem blauen Auge aus der Affäre ziehen.

 

Euro-Schirm laut Studie grundgesetzwidrig

 

Wie eine Studie nun herausgefunden haben will, verstößt der Euro-Rettungsschirm der Europäischen Union anscheinend gegen das deutsche Grundgesetz und gegen EU-Recht. Darüber hinaus sei die Öffentlichkeit über die Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirms in einigen Punkten getäuscht worden, zitiert die Tageszeitung Die Welt aus einer vom Freiburger Centrum für Europäische Politik (CEP) angefertigten Untersuchung. So sei etwa der sogenannte Europäische Finanzierungsmechanismus – anders als behauptet – nicht auf 3 Jahre begrenzt, sondern „zeitlich unbefristet installiert“.

Weiter heißt es: „In der Öffentlichkeit wurde verbreitet, dass die EU maximal 60 Mrd. EUR an Anleihen aufnehmen darf. In der Verordnung findet sich eine entsprechende Regelung jedoch nicht“. Einen Bruch von EU-Recht stelle der Rettungsschirm allein schon deshalb dar, weil das EU-Parlament dem Beschluss hätte zustimmen müssen. Grundsätzlich gelte zudem, dass die EU keine Anleihen ausgeben dürfe, um einen Beistand für einen Euro-Staat zu finanzieren. Auch die vom Verfassungsgericht verlangte Mitwirkung von Bundestag und Bundesrat sei unzureichend gewesen. Beim Bundesverfassungsgericht sind mehrere Klagen gegen den Rettungsschirm anhängig. 

 

 

Britische Minister auf Kürzungen eingeschworen

 

Die britischen Sparpläne sollen offenbar noch einmal drastisch verschärft werden: Wie die Financial Times Deutschland berichtete, hätten der konservative Schatzkanzler George Osborne und dessen liberaldemokratischer Vize Danny Alexander ihre Ressortkollegen am

Wochenende in einem gemeinsamen Brief auf Kürzungen von bis zu 40 Prozent eingescbworen. Verkehrsminister Philip Hammond glaube zwar nicht, dass es am Ende so schlimm kommen werde. Doch habe auch er eingeräumt, dass die Budgets einer genauen Prüfung unterzogen und schwierige Fragen gestellt werden müssten.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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