1 FX-Tagesausblick

Arbeitsmarkt:Schüssel zum globalen Gleichgewicht

Die magere Ausbeute des gestrigen Handelstages (50 Stellen) dürfte wohl nur die wenigsten Akteure überrascht haben; in den USA war schließlich Feiertag. Aber abgesehen

avon, haben sich die meisten ja auch schon gegen Ende der letzten Woche im Euro ausgetobt.

Den Kursverlauf zu verfolgen, war gestern unnötig. Dafür blieb den Marktteilnehmern mehr Zeit, sich grundsätzliche Gedanken, etwa über die Bewertung globaler Ungleichgewichte, zu machen. Dazu passte auf jeden Fall eine Meldung aus Asien. Nach einem Bericht des China Daily werden von Donnerstag an in 18 Provinzen des Landes – darunter auch Peking und Shenzhen – die Mindestlöhne um 20 Prozent angehoben. Die restlichen Provinzen und Stadtbezirke sollen in Kürze nachziehen. Die vielen Streiks der jüngsten Vergangenheit scheinen demnach Wirkung zu zeigen. Während sich erste Unternehmen bereits darüber sorgen, dass durch die neue Regelung der Vorteil der günstigen Auslandsproduktion beeinflusst werden könnte, sollte man einen anderen entscheidenden Faktor nicht vergessen: Abgesehen von einer menschenwürdigeren Bezahlung, sinkt dadurch langfristig der Gewinn, den dort ansässige Unternehmen durch ihre Dienstleistungen erwirtschaften. Oder ausländische Unternehmen lassen ihre Güter erst gar nicht mehr in China produzieren. Dieser Effekt ist mitunter stärker als jede kleine Yuan- Aufwertung, die bislang erfolgt ist. Über kurz oder lang dürfte sich also das globale Ungleichgewicht, das insbesondere mit Überschussländern wie der Volksrepublik entstanden ist, wieder etwas ausgleichen.

Wir beobachten weiter die 1,2630er Marke, deren Überschreiten eine bullishe Strategie mit Kursziel 1,2840/90 auslöst. Risikolimit: 1,2580.

 

USD JPY (87,55)

Die Erhöhung der chinesischen Mindestlöhne dürfte auch für Japan nicht ganz folgenlos bleiben. Allerdings ist abzuwarten, ob mit der Anhebung der Mindestlöhne für die Ärmsten Chinas automatisch die Nachfrage nach japanischen Produkten steigen wird. Immerhin: Eine Verringerung der sozialen

Spannungen, weswegen die Mindestlöhne in erster Linie erhöht wurden, dürfte sich jedoch positiv für in China produzierende japanische Unternehmen auswirken. Wobei nicht übersehen werden darf, dass nur die Hälfte dieser Firmen (vgl. Jetro Survey) überhaupt profitabel arbeitet.

Überdies dürfte aber auch die Entwicklung des Yen belastend wirken, der sich gegenüber dem Dollar im Aufwärtstrend befindet. Jener weist derzeit ein Risiko bis 86,10/50 aus. Diese Zone würden wir als Kursziel einer bearishen Strategie benennen, die wir im Falle einer Erholung auf 30 Stellen vor 88,60 (Risikolimit) eröffnen würden. Eine nachhaltige Erholung ist jedoch frühestens jenseits von 89,50 zu erwarten.

 

EUR JPY (109,65)

Der Euro hat sich innerhalb seiner Konsolidierung (107,10 – 114,40), aber auch innerhalb der engeren Marken zwischen 108,60 und 111,70 gestern kaum bewegt.

 

GBP USD (1,5125)

Kabelpfunde mussten gestern wegen fehlender Nachfrage eine Korrektur von gut 100 Pips hinnehmen, die aber vor unserer Unterstützung bei 1,5040/70 zum Erliegen kam. Dieser Bereich dürfte eine gute Basis für die nächste Aufwärtsbewegung auf 1,5300/10 (Potenzial) darstellen, wo sich die letzte Hürde befindet, um den einjährigen Abwärtstrend nachhaltig zu beenden. Im Falle erneuter Abwärtskorrekturen rechnen wir indes mit Nachfrage bei 1,4940 – darunter würde der derzeitige Aufwärtsdruck zum Erliegen gebracht.

 

AUD USD (0,8370)  

Der Ausflug heute Morgen bis zu unserer Unterstützung bei 0,8315 blieb bislang folgenlos, so dass wir AUD weiterhin Neutralität attestieren können. Schwacher Widerstand ist bei 0,8440 ausgewiesen – besserer steht erst bei 0,8595 (Oberkante der Bandbreite).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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