1 Maerkte am Morgen

Studie sieht für Deutschland geringes Wachstum

Deutschland muss sich in den nächsten 25 Jahren auf ein schwaches Wachstum einstellen – davon gibt sich das Forschungsinstituts Prognos in seinem am Freitag vorgestellten „Deutschland-Report“ überzeugt. Bis 2035 werde das BIP demnach im Schnitt nur noch um 1,0 Prozent pro Jahr zulegen. Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff führte zur Begründung an, dass die mittelfristigen …

 Folgen der Krise bei den eingetrübten Wachstumsaussichten lediglich einen Faktor darstellten. Langfristig bremse vielmehr die ungünstige demografische Entwicklung. Die Bevölkerung werde ab 2020 schrumpfen und im Schnitt schneller altern. Daher müssten das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise angehoben und mehr Frauen arbeiten. Gelinge dies nicht, sei selbst das moderate Wachstum von 1,0 Prozent gefährdet. 2045 wird es der Prognose zufolge noch 2,05 Mio. Arbeitslose geben – rund 1,1 Mio. Weniger als zurzeit.

EZB-Bankerin: Erholung nicht in Gefahr

EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell ist der Auffassung, dass die konjunkturellen Aussichten in Europa trotz der Sparprogramme positiv sind. Auch wenn die Konsolidierungsmaßnahmen das Wachstum kurzzeitig mindern würden, so sei die Erholung in Europa doch auf Kurs, sagte sie und betonte: Es seien die richtigen Schritte unternommen worden, um sicherzustellen, dass das Wachstum wieder Vorkrisenniveau erreiche. Eine Ansicht, der sich auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet unumwunden anschließt. Eine neue Rezession fürchtet er nicht. Die Sparkurse zum Defizitabbau würgten das Wachstum nicht ab, sondern würden dabei helfen, die Erholung zu zementieren und das Vertrauen wiederherzustellen, glaubt Trichet.

Regierung sieht BIP in 2011 bei 1,6 Prozent

Im kommenden Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums: 2011 werde das Wachstum des BIP real 1,6 Prozent betragen, heißt es in der Finanzplanung des Bundes. 2010 sieht die Regierung nach Schätzungen vom Frühjahr ein Wachstum von real 1,4 Prozent, das allerdings aufgrund der konjunkturellen Erholung aus heutiger Sicht eventuell etwas stärker ausfallen könnte.

Ergebnis der Banken-Stresstests am 23. Juli?

Wie Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am Sonntag verlauten ließ, sollen die Ergebnisse der Stress-Tests der europäischen Großbanken offenbar in knapp drei Wochen veröffentlicht werden. Die Bekanntgabe sei um den 23. Juli herum geplant, sagte Lagarde. Bald solle zudem bereits die Zahl der getesteten Banken mitgeteilt werden. Dann werde die Fachwelt auch ein besseres Verständnis der genauen Kriterien für den Test haben und auch wissen, wie scharf das Krisenszenario für die Tests gezeichnet worden sei.

Bundeskabinett berät Etatentwurf

Bei seiner Sitzung am Mittwoch wird das Bundeskabinett den Entwurf des Bundeshaushalts 2011 beraten. Nach den Krisenprogrammen zur Konjunkturstimulation in diesem und im vergangenen Jahr will der Bund nun die Exit-Strategie einleiten und die Neuverschuldung von 57,5 Mrd. EUR in diesem Jahr wieder zurückführen. Ab 2011 greift die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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