1 Maerkte am Morgen

Am Ende Wulff

Christian Wulff ist Bundespräsident, aber ein klarer Sieg sieht anders aus. Erst im dritten Wahlgang und nach einer stundenlangen Zerreißprobe bekam der Kandidat der Koalition die erforderliche...

 

 Mehrheit. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor sogar die Verantwortung für das gesamte Land beschworen, um ihre Abgeordneten auf Linie zu bringen. Am Ende zog sich die Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen, zwar zurück, die meisten ihrer Parteifreunde enthielten sich aber lieber, als SPD-Kandidat Joachim Gauck zu wählen. Wulff bekam am Ende 625 Stimmen. Das heißt: 19 Koalitionsmitglieder stimmten nicht für ihn, sondern verpassten ihrer Bundeskanzlerin lieber einen Denkzettel. Eins ist klar – Wulff musste gestern zweifach den Kopf hinhalten: Für die Politikverdrossenheit im Allgemeinen und für die schlechte Stimmung der Koalition im Besonderen. Für Letzteres hat Angela Merkel eine Schlappe kassiert. Inwieweit sich das auf die weitere Zusammenarbeit der Koalition auswirkt, wird sich zeigen. Für Wulff kann es nach diesem Start fast nur noch besser werden.

Deutsche Banken veröffentlichen Stresstests

Wieweit sich die deutschen Banken aus der Krisenzone bewegt haben, darüber gab es geteilte Meinungen. Den gestrigen Drei-Monats-Tender nutzten überraschend wenig Banken, nämlich 171, und sie liehen sich überraschend wenig Geld, nämlich 132 Mrd. EUR. In den vergangenen Monaten war die Nachfrage deutlich stärker, was viele Marktteilnehmer als Entspannungssignal werten. Ein Geldmarkthändler sah aber eher das Haar in der Suppe: Die Nachfrage zeige, dass immerhin noch 171 Banken Probleme hätten, sagte er. Entsprechend fielen auch die gestern veröffentlichten Zahlen der griechischen Notenbank aus. Ende Mai schuldeten sie der EZB knapp 90 Mrd. EUR, Anfang des Jahres waren es nur 50 Mrd. EUR. Die eigentliche Nagelprobe steht in dieser Woche aber am heutigen Donnerstag bevor. Dann wird die Rückzahlung des ersten der 3 Jahrestender fällig, die die EZB im vergangenen Jahr als Krisenmaßnahme aufgelegt hatte. Auf einen Schlag müssen die Banken dann 442 Mrd. EUR zurückzahlen – das ist beinahe die Hälfte des Geldes, das die Notenbank während der Krise in den Markt gepumpt hatte. Gute Nachrichten gab es schon mal in Sachen Stresstests: Die deutschen Banken sollen die Tests angeblich alle bestanden haben. Sie erklärten sich nach einem Treffen mit Bundesbankchef Axel Weber auch sämtlich zur Veröffentlichung der Ergebnisse zum geplanten Termin Ende Juli bereit.

Kommission plant neue Stabilitätsvorschriften

Im Kampf gegen Haushaltsdefizite will die EUKommission die Daumenschrauben in Zukunft noch fester anziehen, das geht aus den jüngsten Vorschlägen hervor, die die Kommission vorgelegt hat. Ländern, die gegen die Stabilitätsvorschriften verstoßen sollen demnach künftig Mittel aus dem Struktur- und Agrarfonds gestrichen werden. Regierungen, die ihre Schulden nicht schnell genug abbauen, müssen in Zukunft eine verzinste Einlage bei der Kommission hinterlegen. Außerdem sprach sich die Kommission für eine frühzeitige Überprüfung der Haushaltspläne ihrer Mitglieder aus. Konkrete Entwürfe sollen im Herbst vorliegen; vorher sollen die Vorschläge von den Finanzministern diskutiert werden.

Aktuelles Dax-Sentiment

Die aktuelle Cognitrend-Sentimenterhebung in Zusammenarbeit mit der Börse Frankfurt fällt in diesem Jahr exakt mit dem Halbjahresultimo zusammen. Ein Termin, ab dem für viele Anleger eine neue Rechnungsphase beginnt. Für den DAX selbst ergeben sich auf Sechsmonats- Sicht kaum Veränderungen; das Börsenbarometer liegt in etwa auf dem Niveau vom Jahresanfang. Im Stimmungsbild hat sich während dieser Zeit jedoch einiges getan: Die mittelfristig orientierten Investoren sind bei Weitem nicht mehr so optimistisch wie noch zu Beginn des Jahres.

Quelle: Deutsche Bank  CMS: Märkte am Morgen;  Autor: Cognitrend


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