EUR USD (1,2215) Der Termin, der als „größter Zahltag“ der EWUGeschichte gilt, rückt näher. Morgen ist der Ein-Jahres-Tender der EZB fällig. An sich wäre dies kein Ereignis, das solch einer großen…
Aufmerksamkeit bedürfte. Aber das jüngste Gezeter um eine eventuelle Verlängerung, aufgrund möglicher Liquiditätsengpässen hat den kompletten
Finanzmarkt beunruhigt. Dabei ließ die EZB nie Zweifel aufkommen, dass dieses Finanzierungsgeschäft eine einmalige Sache sein würde – eine Prolongation war ausgeschlossen. Das Problem ist aber, dass sich viele an diese äußerst komfortable und günstige Liquiditäts- Sonderausstattung gewöhnt haben und in den letzten 12 Monaten eine ganze Menge passiert ist. Man kann es einigen Institutionen also nicht verübeln, wenn sie davon ausgegangen sind, die EZB könnte es sich zwischenzeitlich noch einmal überlegen und den 12-Monats-Tender erneut anbieten. Immerhin gab er vielen Kreditinstituten die Möglichkeit, sich erst einmal zurückzulehnen und das Geld gewinnbringend in höher verzinslichen Bondmärkten zu parken. Außerdem hatte die EZB in letzter Zeit ja auch einige Entscheidungen revidiert. Warum sollte sie nicht auch die Verlängerung überdenken? Angeblich sollen die Notenbanker sogar förmlich bedrängt worden sein, die Fazilität erneut anzubieten. Finanzbedarf lässt auch der Unterton der spanischen Finanzministerin Elena Salgado vermuten, die hofft, dass sich die EZB „der Bedürfnisse [des spanischen] Finanzsystems bewusst“ ist. Unterdessen schwächelt der Euro weiter. Um seine Stabilität zurück zu gewinnen, muss er nun über 1,2375 steigen. Gute Unterstützung liegt bei 1,2110 und 1,1970.
USD JPY (88,60) Auch wenn die Zahl der japanischen Neubaubeginne heute früh enttäuschend gewesen sein mag, hat dies der derzeitigen Yen-Stärke bislang keinen Abbruch getan. Damit bleibt für den Dollar ein Abwärtsrisiko bis 87,95 – weitere Unterstützung liegt aber erst bei 86,40. Andererseits würde der Greenback bereits mit Überschreiten von 89,15 wieder in seine frühere, breite Konsolidierungszone zurückkehren und dem gestrigen Abwärtsimpuls seine Spitze
nehmen.
EUR JPY (108,20) Auch zum Euro präsentiert sich der Yen freundlich, wobei sich die Bilder trotz der zusätzlichen Euro-Schwäche sehr stark ähneln. Das Abwärtsrisiko reicht bis 106,10 (104,65), während sich bereits bei 108,90 die Untergrenze der früheren, wochenlangen Konsolidierung befindet.
GBP USD (1,5070) Seit bekannt geworden ist, dass ein Mitglied der BoE jüngst für eine Zinserhöhung votiert hatte, herrscht Stille in der Zentralbank. Dennoch verdeutlicht ein Kommentar eines anderen Mitglieds, Paul Fisher, wie weit entfernt der einzige Falke im MPC mit seiner Meinung von der seiner Kollegen entfernt gewesen sein muss. Zwar räumte Fisher ein, dass die BoE im Falle nachhaltigen Inflationsdrucks reagieren müsse. Doch seine weiteren Ausführungen deuteten darauf hin, dass er nicht mit einem derartigen Szenario rechnet. Mehr noch, er gebrauchte sogar das Wort „Deflation“. Obgleich auch wir nicht an einen baldigen Zinsschritt glauben, rechnen wir mit weiteren Gewinnen des Pfundes bis 1,5320/30 (Zwischenwiderstand 1,5175). Unterstützung liegt zwar bei 1,5010, gute Nachfrage ist aber erst bei 1,4940 und 1,4880 zu erwarten.
AUD USD (0,8520) AUD setzten nach Unterlaufen von 0,8580 ihre Talfahrt fort und könnten danach die wichtige Unterstützung bei 0,8370 einem Test unterziehen. Derweil rechnen wir mit Widerstand bei 0,8610 und bei 0,8720.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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