EUR USD (1,2380) Während es wohl unumstritten ist, dass die Fußballmannschaft Englands gestern kurz vor der Halbzeitpause mit ihrem Lattentreffer ein vom Schiedsrichter nicht gegebenes Tor erzielt hatte, ist nicht so klar, ob Deutschland (um im Bild zu bleiben) in Toronto den Ball hinter oder …
vor der Torlinie versenkt hat. Etwa in der Frage einer einheitlichen globalen Regulierung. Zumindest vordergründig unentschieden scheint der G20-Gipfel mit Blick auf die Paarung Sparen oder Verschulden auseinandergegangen zu sein, denn man verständigte sich auf einen „wachstumsfreundlichen Defizitabbau“. Also mit einer Halbierung der Defizite bis 2013 in den Industrieländern und dem Start des Schuldenabbaus ab 2016. Bei genauerem Hinsehen haben aber die Sparer in Toronto am Ende doch die Nase vorn gehabt, obwohl sie bereits im Vorfeld vor allem aus den USA am deutlichsten abgekanzelt wurden. Da wurde über die Risiken verfrühter Sparsamkeit für die weltweite Konjunktur gewettert, allen voran der US-Ökonom Paul Krugman, der gestern äußerte, dass sich Europa und die USA in einer dritten Depression, am ehesten vergleichbar mit der „long depression“ von 1873 befinden. Trotz des zwischenzeitlichen Aufschwungs, den man zumindest für die USA feststellen kann. Kaum jemand sprach beim Gipfel indes über die Risiken des so genannten „deficit spending“. Dennoch bleibt am Ende der seltsame Eindruck zurück, dass sich für Sparen trotz aller Bedenken eine satte Mehrheit gefunden hat. Deswegen sehen wir den Euro im Vorteil, der sich oberhalb von 1,2440 deutlicher befestigen kann.
USD JPY (89,40) Vom Treffen der beiden Finanzminister Timothy Geithner und Yoshihiko Noda, das am Rande des G20-Gipfels stattfand, haben sich Marktteilnehmer wohl mehr erhofft. Neue Erkenntnisse hat es jedoch nicht gegeben. Lediglich das Versprechen, dass man sich sowohl in Japan, als auch in den USA redlich bemühen wolle, die Haushaltsdefizite in den Griff zu bekommen, ohne dabei dem Wachstum Schaden zuzufügen. Wie gehabt, blieben Fragen wie man denn dieses Kunststück vollbringen wolle, unbeantwortet. Der gute Wille allein, wird für ein solches Vorhaben allerdings nicht ausreichen. Und da beim G20-Treffen weder Themen wie die Bankenabgabe oder der chinesische Yuan angesprochen wurden, sahen Händler auch keinen Bedarf, dem USD neue Impulse zu verleihen. Letzterer notiert immer noch knapp über der unteren Grenze seiner breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65), aus der er zu fallen droht. Ein Bruch würde ein Abrutschen auf das Mai-Tief (87,95) verursachen. Vor der Oberkante wartet Widerstand bei 90,40 und 90,90.
EUR JPY (110,70) Mit oder ohne G20-Gipfel, der Euro schafft es einfach nicht, sich von der Mitte der breiten Seitwärtsspanne (108,10 – 114,40), die ihrerseits nochmals von Angebot bei 111,90 und Nachfrage bei 109,60 verengt wird, zu entfernen.
GBP USD (1,5045) Was der britische Rentenmarkt derzeit mit seinen rekordverdächtig niedrigen Renditen widerspiegelt, ist das Produkt versprochener Sparankündigungen. Aber gerade die Minimalzinsen rufen immer mehr Stimulusfans auf den Plan. Mit einer gehörigen Portion Ironie wird dieser Umstand derzeit vom Devisenmarkt zur Kenntnis genommen. Das Vordringen bis in unsere 1,5045/85 Angebotszone hat das Pfund zwar der allgemeinen Dollarschwäche zu verdanken. Trotzdem würde ein Überwinden weitere Kursgewinne bis 1,5340 (Zwischenwiderstand bei 1,5140) bedeuten. Nachfrage liegt bei 1,4930 und 1,4830.
AUD USD (0,8755) AUD konnten bislang die Schlüsselunterstützung bei 0,8580 verteidigen und präsentieren sich heute Morgen somit zumindest stabil. Erster Widerstand liegt bei 0,8840.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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