1 FX-Tagesausblick

Sparen oder Spendieren?

EUR USD (1,2270) US-Präsident Barack Obama und seine Mannen werden nicht sonderlich begeistert sein über das neue Sparpaket der britischen Regierung – das härteste seit Jahrzehnten. Erstere sind nämlich felsenfest davon überzeugt, dass nur weitere Stimulierungsmaßnahmen die Welt aus der …

Wachstumsmisere führen. Europa hingegen stemmt sich mit Sparen gegen die Krise. Es ist eine theoretische Debatte zwischen Europas und Amerikas Politikern und Ökonomen, die sich kaum lösen lässt. Auch im Nachhinein nicht. Wir wissen: Dass sämtliche Staaten die Spendierhosen angezogen und eifrig Konjunkturpakete geschnürt haben, hat den ersehnten Wachstumsschub bislang nicht gebracht. Stattdessen kränkelt etwa der US-Immobilienmarkt, sobald die staatlichen Stützen abgebaut werden. Was bleibt, ist der Schuldenberg. Jüngere Studien deuten indes daraufhin, dass staatliche Ausgabenkürzungen (aber nicht Steuererhöhungen!) durchaus die Konjunktur beleben können – Bond- und Aktienmärkte inklusive (Studie von Goldman Sachs und der Universität Harvard).
Bislang ist eine solche Argumentation aber noch nicht in den Köpfen der Devisenmarktakteure angekommen. Vielmehr betonte man gestern wieder einmal all die ungünstigen Entwicklungen in Euroland – etwa die 400-Millionen-EUR-Abschreibung einer französischen Großbank, um nur eines der Argumente zu nennen. Im Moment bröckelt der Euro zwar vor sich hin, neue, kräftige Abwärtsdynamik käme aber erst unterhalb von 1,2110 auf. Der beste Widerstand tut sich derweil bei 1,2395 auf. Von einer Strategie sehen wir vorerst ab.

USD JPY (90,50) Gestern versuchte Japans Ministerpräsident Kan Bürger und Ratingagenturen von seinen Haushaltssanierungsplänen zu überzeugen. Ohne ein Einschreiten, würde das Sozialsystem „zusammenbrechen“, warnte er. Bis 2020 will er einen ausgeglichenen Etat erreichen. Etwas, das Japan seit den 1990er Jahren nicht mehr geschafft hat. Das hört sich vernünftig an, nur, wie genau er das anstellen will, hat er nicht verraten. Vermutlich hat Kan das richtige Konzept noch nicht gefunden. Ähnlich dürfte es derzeit den Yen- Händlern gehen. Sie fragen sich, wie sie am besten der breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65) entrinnen könnten. Für den nötigen Schwung in Richtung Oberkante würde lediglich ein Überwinden von 91,50 sorgen.

EUR JPY (111,05) Die neuen Euro-Long- Positionen an der TFX zeigen, auf was sich die meisten in der Seitwärtsspanne (108,10 – 114,40) einrichten: auf einen Ausbruch nach oben. Vor der Oberkante wartet jedoch Angebot bei 113,40. 

GBP USD (1,4830) Nach Ankündigungen der Regierung versuchen Kommentatoren häufig, die Bestätigung der Richtigkeit dieser Entscheidungen mit Reaktionen am Finanzmarkt zu untermauern. Mit anderen Worten: Kurzfristige Reaktionen der Märkte sollen binnen weniger Minuten die komplexen Auswirkungen weitreichender Beschlüsse korrekt widerspiegeln. Angesichts der gewaltigen Fehlbewertungen der Finanzmärkte, die zur Krise führten, überrascht der unbeirrte Glaube an die Effizienz der Märkte. Tatsächlich reagierten Gilts und Sterling gestern freundlich auf die neuen Haushaltspläne. Dies war aber eher das Resultat einer gut vorbereiteten Regierungserklärung, als eine Unterstützungsbekundung der Märkte. Von einer dauerhaften Pfundrallye gehen wir also nicht aus; zumal Widerstand bei 1,4860 und 1,4960 wartet. Gute Nachfrage ist nicht vor 1,4635 und 1,4485 zu sehen.

AUD USD (0,8720) AUD präsentieren sich heute Morgen leichter. Unterstützungen sind erst bei 0,8640 und 0,8530 angezeigt. Erster Widerstand steht bei 0,8770.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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