1 FX-Tagesausblick

Euro-Erholung vorbei?

EUR USD (1,2305) Allerorten wurde Wohlwollen über die chinesische Ankündigung bekundet, den Yuan endlich flexibilisieren zu wollen. Nachdem die Nachricht erst einmal heraus war, will es natürlich jeder schon lange vorher gewusst haben: War ja klar, dass die Chinesen im Vorfeld des G20-Treffens einen solch besänftigenden Schritt machen, hieß es. Nun hat die Volksrepublik den Schwarzen …

Peter erst einmal weitergereicht. An andere Staaten, die gleichfalls für die Aufblähung der globalen Handelsungleichgewichte sorgen – Deutschland etwa. Man krittelt ohnehin, dass wir mit unserer Sparpolitik das weltweite Wirtschaftswachstum hemmen. Nobelpreisträger Paul Krugman wetterte gar: Die Europäer würden sich noch wundern, welche Forderungen aus den USA kämen, sollte der Euro etwa bis auf die Parität zum Dollar fallen. Bislang wollen hiesige Politiker aber eisern am strengen Sparkurs festhalten. Interessanterweise fällt der chinesische Wechselkursschwenk mit dem Höhepunkt der jüngsten Euro-Erholung zusammen. Noch Montag Früh hatte der Euro einen Freudensprung bis 1,2490 gemacht, doch seither kennt er nur eine Richtung: Abwärts. Auch, dass Chinas Behörden heute tatsächlich erstmals wieder den Yuan-Mittelwert adjustierten, konnte daran nur temporär etwas ändern. Es ist durchaus denkbar, dass einige Akteure, die sich sehr genau mit der chinesischen Geldpolitik beschäftigen, diesen Schritt bereits seit Tagen antizipiert hatten – und der Euro deswegen so eine rasante Erholung hingelegt hatte.  Offenbar ist die Luft aber nun heraus. Daher planen wir 45 Stellen vor 1,2395 den Einstieg in eine bearishe Strategie. Das Risikolimit läge direkt oberhalb jener Marke.

USD JPY (90,95) Die japanische Regierung hat viel vor: Arbeitsmarktreform, Umsatzsteuererhöhung, Unternehmenssteuersenkung. Die  Agenda ist lang und der Optimismus groß. Für das laufende Fiskaljahr (bis März  2011) wurde die Wachstumsprognose gar auf 2,6 Prozent angehoben. Wachstumsraten jenseits der 2-Prozent- Marke hat es schon drei Jahre nicht mehr gegeben. Aber während die Regierung bereits Pläne bis ins Jahr 2020 schmiedet, wissen die Händler nicht einmal genau, wie sie der breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65) kurzfristig entfliehen sollen. Ein Impuls für einen Ausbruch nach oben, könnte es aber mit dem Überwinden des Widerstands bei 91,60 geben.

EUR JPY (111,90) Der Yen ist nach Meinung vieler Akteure weit weniger von der Yuan-Flexibilisierung betroffen als beispielsweise der USD. Das spiegelte sich gestern unter anderem auch im Rücklauf bei EUR/JPY wider. Der Euro bleibt Gefangener der großen Seitwärtsspanne (108,10 – 114,40). Dazwischen dürfte bei 113,40 Angebot bzw. bei 110,80 Nachfrage zu finden sein.

GBP USD (1,4760) Obgleich Sterling gestern zunächst seine Aufwärtsbewegung fortsetzen konnte, geriet die Bewegung bereits bei unserer ersten Hürde (1,4930) ins Stocken. Der nachfolgende Rückzug ließ das Pfund dann sogar unter die Unterstützung rutschen, die der seit Mai währenden Erholung den entscheidenden Rückhalt verleihen sollte. Man würde es sich aber sicherlich zu einfach machen, die Pfundschwäche auf die anstehende Veröffentlichung des Nothaushaltsplans zu schieben. Denn es handelte sich auch gestern insgesamt um eine breit angelegte Dollarstärke. Stabilität gewähren wir dem Pfund, solange 1,4720 hält. Darunter wird es sich aber bis 1,4485 abschwächen. Auf der Oberseite hat sich weiterer Widerstand bei 1,4850/70 hinzugesellt.

AUD USD (0,8775) Nachdem AUD unser Aufwärtspotenzial bis 0,8850 gestern exakt bestätigt hatten, zogen sich die Kurse im weiteren Verlauf wieder zurück. Schwache Unterstützungen sind derzeit bei 0,8730 und bei 0,8580 zu finden. Bessere Nachfrage sollte sich bei 0,8530 zeigen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


Disclaimer

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten.

Eine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben können wir nicht übernehmen, und keine Aussage in diesem Bericht ist als solche Garantie zu verstehen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle

Einschätzung des Verfassers / der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Deutschen Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen dar.

Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Meinungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern.

Die Deutsche Bank ist nicht dazu verpflichtet, diese Veröffentlichung zu aktualisieren, zu ändern oder anzupassen oder einen Leser auf irgendeine Art und Weise darüber zu informieren, dass sich ein/eine hierin beschriebene/r Sachverhalt, Meinung, Prognose, Vorhersage oder Einschätzung ändert oder nach der Veröffentlichung unrichtig wird.

Weder die Deutsche Bank AG noch ihre assoziierten Unternehmen übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalt.

Diese Veröffentlichung darf nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung der Deutsche Bank AG von keiner Person zu keinem Zweck kopiert, verteilt oder veröffentlicht werden.

EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


Newsletter
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.