1 FX-Tagesausblick

Sieg im Stadion – Abseits auf der Regierungsbank

EUR USD (1,2170) Die meisten deutschen Euro-Händler dürften ob des gestrigen Erfolgs der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika heute früh mit guter Stimmung zur Arbeit kommen. Nicht nur, weil das Ergebnis so deutlich ausgefallen ist. Viel wichtiger dürfte für viele …

 

Zuschauer gewesen sein, auf welche Weise der Sieg zustande gekommen war: Feinster Kombinationsfußball als Resultat einer durchdachten Strategie, die von Anfang bis zum Ende des Spiels diszipliniert vorgetragen wurde. Mehr noch: Man konnte das Ergebnis vieler Kombinationen häufig schon im Ansatz erahnen – aber der Gegner schien trotz allem machtlos. Anders ausgedrückt, haben wir auch zu sehen bekommen, wie Entscheidungsfreude und Rückgrat des Bundestrainers Joachim Löw – obwohl von vielen Kommentatoren wegen seines Festhaltens an bestimmten Spielern vor dem Spiel teils heftig kritisiert – ihre ersten Früchte getragen haben. W ährend wir von der deutschen Nationalmannschaft vermutlich noch mehr fußballerische Leckerbissen erwarten dürfen, schallen der deutschen Regierungsmannschaft um Angela Merkel von den Rängen Rufe wie „Aufhören!“ (vgl. Spiegel-Titel von heute) entgegen. Unter anderem, weil viele Kommentatoren eine klare Strategie vermissen mögen. Abseits dieser möglicherweise teils überzogenen Angriffe, darf jedoch nicht übersehen werden, dass zumindest in den bislang schwersten Stunden der Kreditkrise die Entscheidungen der Regierung schnell und präzise vorgetragen wurden – vielleicht profitiert auch der Euro davon. Zumindest besteht korrektives Potenzial bis 1,2335.

USD JPY (91,85) Mit Mühe und Not hat der Dollar es vergangene Woche geschafft, seine Trading-Range auf etwas über 100 Stellen auszuweiten. Solch eine geringe Handelsaktivität hat es zuletzt nur Mitte März gegeben. Dabei gab es nachrichtentechnisch durchaus einiges, das Yen- Händler interessierte. Angefangen vom Wechsel des Regierungschefs, dem Rücktritt des für die Postreform zuständigen Kabinettsmitglieds Kamei sowie Kans jüngste Ankündigung, die versprochene Haushaltspolitik zu überdenken. Aber augenscheinlich hatte niemand großes Interesse, diese neuen Erkenntnisse im Devisenmarkt umzusetzen.
Der Dollar verweilt stattdessen weiterhin in der Mitte seines breiten Konsolidierungskorridors (89,10 – 93,65). Erstes Angebot ist bereits bei 92,05, erste Nachfrage bei 90,35 zu erwarten.

EUR JPY (111,80) Auch gegenüber dem Euro befindet sich der Yen in der Mitte eines breiten Konsolidierungsbandes (108,10 – 114,40). Vor dessen Rändern wartet Widerstand bei 112,40 und Unterstützung bei 110,30.

GBP USD (1,4605) Aufgrund der Warnungen  von Finanzminister Osborne, dass es bei den Etatplänen der alten Regierung Unstimmigkeiten gegeben hätte, wurde ein neuer Aufseher ins Leben gerufen. Aber niemand weiß genau, was von der neu eingerichteten Stelle zur Überwachung der Haushaltsplanung zu erwarten sein wird. Die ersten Reaktionen waren noch ziemlich negativ. In der Zwischenzeit haben sich die Meinungen aber geändert. Die Marktteilnehmer halten es sogar für sinnvoll, dass ein unabhängiger Beobachter über den Haushalt wacht. Heute richten sie – gerade nach den schwachen Industrieproduktionsdaten – bange Blicke auf die angekündigte Schätzung der Wachstumszahlen. Zu unserer Überraschung begegnete dem Pfund am Freitag auf dem Weg nach unten keine gute Nachfrage, weshalb wir keine allzu großen Hoffnungen mehr auf eine starke Erholung machen. Bestenfalls laufen die Kurse bis 1,4830/40, wobei guter Widerstand bereits bei 1,4630 und 1,4790 zu finden sein wird. Unterstützung wird bei 1,4430 anzutreffen sein.

AUD USD (0,8560) AUD schoben sich heute Morgen weiter an den Stabilitätspunkt bei 0,8570/80 heran. Hierüber reicht das Potenzial zunächst bis 0,8780. Nachfrage dürfte sich derweil bei 0,8430 und 0,8370/80 einstellen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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