EU macht mobil

EUR USD (1,2930) EU-Treffen sind dieser Tage alles andere als Plauderstündchen. Es sind Krisengipfel, auf denen es zur Sache geht..

Behäbiges, tagelanges Taktieren war gestern – jetzt ist Durchgreifen angesagt. Daran ließen Politiker und Zentralbanker am Wochenende keinen Zweifel. In der Tat war der Auftritt der EU-Führung überzeugend.

Dass „kein Markt, kein Geschäft, kein Akteur sich einer angemessenen Regulierung und Aufsicht entziehen“ könne, wie EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier es formulierte, hört sich nicht nur wie eine Drohung an, die sich gegen die Finanzmärkte richtet, sie ist es auch.

Der schwedische Finanzminister Borg setzte noch eins drauf und verglich den Angriff des Marktes auf den Euro mit „dem Verhalten von Wolfsrudeln“. Nicolas Sarkozy sprach gar von „Mobilmachung“.

Und um zu zeigen, dass es allen sehr ernst ist, hat man gleich schwere Geschütze aufgefahren. Ein gewaltiges 500-Milliarden-Euro-Paket wird von den Euro-Ländern über eine Zweckgesellschaft zur Verfügung gestellt.

60 Milliarden davon stammen aus EU-Gemeinschaftsmitteln. Auch der IWF hat beschlossen, sich mit bis zu 250 Milliarden am „Rettet-den-Euro-Projekt“ zu beteiligen. Flankiert werden die Maßnahmen von der EZB, die am Sekundärmarkt, aber auch am öffentlichen und privaten Anleihemarkt intervenieren will.

Ein solch geschlossenes Vorgehen hat heute Morgen bereits die Märkte beeindruckt und dem Euro auf die Sprünge geholfen.

Solange die 1,2730er Unterstützung nicht mehr unterschritten wird, kann sich der Euro nun aufgrund mangelnden Widerstands locker bis auf 1,3120 erholen.

USD JPY (92,65) Nach dem gewaltigen europäischen Kanonendonnern scheinen die guten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag fast vergessen.

Auch beim USD/JPY-Währungspaar wird heute Früh ein wenig Risikofreude geprobt. Sie könnte den Dollar gar bis 94,90 führen, sofern das 89,60er Nachfrageniveau intakt bleibt. Zwischenunterstützung sollte sich unterdessen bei 91,80 entfalten.

EUR JPY (119,80) Endlich sind Europas Politiker den Märkten einen Schritt vorausgeeilt und zwar mit einem gewaltigen Rettungsnetz für strauchelnde Euro-Länder, flankiert durch Anleihekäufe der EZB und der Reaktivierung der Dollar- Swap-Faszilitäten zwischen diversen Notenbanken.
Dass es durch die jüngsten Wahlen in Nordrhein- estfalen in Deutschland künftig deutlich schwieriger werden wird, Beschlüsse zu fassen – die Regierungskoalition aus CDU und FDP verliert ihre Mehrheit im Bundesrat – ist an den Devisenmärkten heute Morgen fast nur eine Randnotiz.

Der Euro profitiert zwar von der Erleichterung der Akteure über den europäischen Überraschungscoup, doch seine Verluste vom Freitag konnte er noch nicht wieder aufholen. Er bleibt zumindest weiter auf Entspannungskurs, solange die 112,10er Marke hält. Nachfrage ist zuvor bei 116,75 zu erwarten. Derweil wartet Angebot bei 120,75 und 125,00.

GBP USD (1,4895) Das britische Pfund konnte seine Verluste zu Wochenschluss fast komplett
wieder wettmachen. Nach dem befürchteten Wahlausgang (hung parliament) fordert man in Großbritannien vielerorts den Rücktritt des unterlegenen amtierenden Premierministers Gordon Brown und hofft angesichts der aktuellen Turbulenzen in Europa auf eine schnelle Regierungsbildung – die besten Aussichten hat eine Zusammenarbeit zwischen den Konservativen und den Liberaldemokraten.
Auch wenn sich die Wahlwogen glätten mögen – das Pfund ist noch nicht aus dem Schneider. Das Risiko reicht unterhalb von 1,4660 weiterhin bis 1,4360/90. Eine Stabilisierung ist erst oberhalb von 1,5075 in Sicht (Zwischenwiderstand: 1,4960).

AUD USD (0,9020) AUD konnten sich weiter erholen, verbleiben aber in neutralem Terrain, solange der 0,9150er Widerstand nicht überwunden ist. Erstes Angebot ist bei 0,9095 zu erwarten, während Unterstützung vor der Marke von 0,8875 als nicht besonders zuverlässig einzustufen ist.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend

 


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